Dienstag, 13. Februar 2018

Wenn keine Narren auf der Welt wären …


… was wäre dann die Welt?

Einsam wäre sie, sehr einsam. Denn:

Ich schätze, wir sind alle Narren. Von Geburt an, wahrscheinlich.

Goethe und Twain wussten halt, wovon sie reden.



Falsche Faschingskrapfen

Es gibt Rezepte, die sprechen mich durch ihren bloßen Namen an – so wie diese Falschen Faschingskrapfen aus jenem alten Kochbuch meiner Mutter, das sie in sehr jungen Jahren in der Hauswirtschaftsschule in Verwendung hatte. Falsch daran ist wohl das Füllen und Zusammensetzen von zwei Teigscheiben vor dem Backen sowie das Backen selbst im Rohr und nicht in heißem Fett. Oder auch der Kartoffelanteil in der Germteigmasse.
Ich muss zugeben: Ganz so gelungen ist mir das Originalrezept nicht. Die Krapfen behielten beim Backen nicht wirklich ihre Form, sie schossen in die Höhe, alles verrutschte irgendwie. Kurzum: Sie gerieten nicht besonders ansehnlich.
Aber, und jetzt kommt das Aber: Der Teig ist richtig, richtig gut. Es ist kein ultraflauschiger, eher ein bodenständiger Germteig, super zu verarbeiten und durch die Erdäpfel sehr aromatisch. Ich habe daher nach der ersten Ladung missratener Krapfen nach einer optisch ansprechenderen Lösung gesucht und da stachen mir plötzlich die kleinen Teigreste ins Auge, die vom Ausstechen übrig waren. Sie waren mittlerweile wieder aufgegangen und hatten sich zu dicken Pausbacken aufgeplustert.
So habe ich also den restlichen Teig unregelmäßig ausgestochen und beschlossen, diese Krapfenhäppchen – ganz Verkehrte Welt – nach dem Backen nicht mit Marmelade zu füllen, sondern sie mit einem Schüsselchen davon zum Tunken zu servieren. Ich bin zufrieden!

Zutaten für etwa 3 Backbleche

Für den Teig
250 g mehlige Kartoffeln
600 g glattes Mehl
3 Dotter
1 Würfel frische Hefe (oder 2 Packungen Trockenhefe)
150 g Zucker
150 g weiche Butter
1/8 l lauwarme Milch
abgeriebene Schale von ½ Zitrone
1 Prise Salz

Zum Bestreichen
1 Ei

Zum Bestreuen
Staubzucker

Zum Servieren
Marillenmarmelade oder andere Lieblingsmarmelade

1. Die Kartoffeln weich dämpfen, schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Lauwarm abkühlen lassen.

2. Alle Zutaten für den Germteig in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und in etwa 5 – 10 Minuten auf mittlerer Stufe zu einem mittelfesten Germteig kneten. Mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen.

3. Den Teig vorsichtig auf eine nur ganz leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und etwa 1 cm dick ausrollen.

4. Mit einem runden Ausstecher mit gewelltem Rand unregelmäßige Formen ausstechen und auf mit Backpapier ausgelegten Blechen verteilen – dabei etwas Abstand dazwischen lassen.

5. Wieder abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen.

6. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Das Ei verquirlen und die Teigstücke rundherum damit bestreichen.

8. Nacheinander im vorgeheizten Rohr etwa 15 Minuten goldbraun backen.

9. Noch heiß mit Staubzucker bestreuen.

10. Warm in Marillenmarmelade getunkt schmecken sie am besten!

Das Rezept stammt aus dem Buch Kochrezepte für die bäuerliche Küche.

Kommentare:

  1. da kann sich jeder seine oder ihre Lieblingsform aussuchen, ich tät so ein längliches nehmen und eintunken... tolle Idee!!!
    Außerdem mag ich Germteige mit Erdäpfeln. Wenn ich Pestoschnecken backe, ist es auch ein solcher Teig, der durch die Erdäpfeln irgendwie knuspriger wird.
    lg

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    1. Mir hat der Teig auch ausgesprochen gut gefallen, Friederike!
      Liebe Grüße! :-)

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