Freitag, 15. Dezember 2017

Lussekatter 3.0


Habe ich erwähnt, dass ich verliebt bin? In diese Goldteilchen, Bauchschmeichler, Lichtbringer, Luxusschneckchen? Ja, hab ich, ich weiß. Vor einem Jahr schon – genauso wie das Jahr davor. Das schwedische Luciagebäck zum 13. Dezember ist zum safranleuchtenden Fixstern in meinem kulinarischen Himmelsgewölbe geworden – und obwohl ich der festen Überzeugung bin, mein Rezept dafür gefunden zu haben, konnte ich es heuer nicht lassen, etwas anderes auszuprobieren.



Die Lussekatter von Luise und David kommen etwas gesünder daher, wenn man so will. Vollkornanteil, Ahornsirup statt Zucker, ein wenig Joghurt hier, ein bissl Nussbutter da. Eine schöne Variation, wie ich finde – fluffig und leicht kommen sie aus dem Ofen und schmecken noch lauwarm besonders fein. Diese Chance gilt es übrigens zu nutzen – denn schon am nächsten Tag mutierten sie hier, altbacken und verrunzelt, zu Ladenhütern.


Vollkornlussekatter mit Dinkel & Joghurt

Zutaten für 16 Stück

1 Briefchen Safran
100 ml Kuh- oder Pflanzenmilch (ich habe hier Kuhmilch verwendet, es würde aber auch Dinkel– oder Mandelmilch gut passen)
30 g Butter
3 EL Ahornsirup
1 EL Erdmandelbutter (alternativ Mandelbutter oder andere Nussbutter)
125 g glattes Dinkelmehl
125 g Vollkorndinkelmehl
2 EL griechisches Naturjoghurt (10 % Fett)
¼ TL Salz
10 g frische Hefe (1/4 Würfel)

Zum Belegen
32 Rosinen

Zum Bestreichen
1 Dotter
1 EL Milch

1. Den Safran im Mörser fein pulverisieren.

2. Milch, Butter, Ahornsirup, Erdmandelbutter und Safran in einen kleinen Topf geben und unter Rühren nur soweit erwärmen, bis eine glatte und homogene Masse entstanden ist.

3. Die Milchmischung gemeinsam mit den beiden Mehlsorten, Joghurt und Salz in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Hefe hineinbröckeln.

4. Alles mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe einige Minuten zu einem geschmeidigen und homogenen Teig verkneten. Der Teig sollte nicht mehr allzu klebrig sein. Gegebenenfalls nach Gefühl noch wenig Mehl hinzugeben.

5. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen ungefähr verdoppelt hat.

6. Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und kurz durchkneten.

7. In 16 Teile teilen. Jeden Teigling rund schleifen und auf etwas Mehl absetzen. Abdecken.

8. Nun Teigling für Teigling Stränge von etwa 25 cm Länge und etwa 1 cm Durchmesser ausrollen. Die Stränge S-förmig eindrehen und mit genügend Abstand auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche legen.

9. Abdecken und weitere 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.

10. Inzwischen den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

11. Die Lussekatter mit dem mit Milch verquirlten Ei bestreichen und jeweils zwei Rosinen einsetzen – die Rosinen ruhig beherzt und tief in den Teig drücken, damit sie sich nicht wieder herausbacken.

12. Lussekatter in etwa 10 Minuten goldbraun backen.

13. Herausnehmen, auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen und noch lauwarm zu einer Tasse Tee genießen.



Nach einem Rezept von David und Luise / Green Kitchen Stories.

Montag, 11. Dezember 2017

Herbstbild


Einer meiner Lieblingsmomente 2017 war dieser hier ... Was es damit auf sich hat? Klickt rüber zu Laura von vegan vs meat!
Danke liebe Laura, dass ich an deinem Adventkalender der Achtsamkeit teilhaben durfte ...
Mittwoch, 6. Dezember 2017

Holler boller Rumpelsack


Der Bratapfel

Verzeihen Sie, wenn ich störe!, rief ein Apfel aus der Röhre.
Was ich erlebt, das glaubt man kaum - ich hing an einem Apfelbaum.

Der Baum stand dicht vor einem Haus - dort wohnt der Bauer Nikolaus.
Da sah ich nachts bei Mondes Schein, es stieg ein Dieb zum Fenster rein.

Ich, um ihn zu vertreiben, fiel ab und pochte an die Scheiben.
Der Dieb, der dachte sich: Oh-oh, der ließ das Geld im Stich und floh.

So hab‘ ich Nikolaus beschützt – es hat mir aber nichts genützt.
Mit grober Hand griff mich der Bauer, besah mich lang und sagte: Sauer.

Nun muss ich hier im Topfe kochen, mir ist das Herz schon fast gebrochen.
Das eine ist mir aber klar: Die Menschen sind oft undankbar.

Joachim Ringelnatz


Bratäpfel für die ganze Familie

Zum 6. Dezember darf gern ein ganz besonderer Nachtisch serviert werden: Der Bratapfel. Diese Tradition geht auf den Heiligen Nikolaus zurück, der als Bischoff von Myra die armen Leute mit Goldklumpen beschenkt haben soll. Die fertig gebratenen, goldbraunen Äpfel erinnern an diese schöne Legende.
Besonders gut eignen sich (ich hab bei meiner lieben Freundin, der Apfelbäuerin, nachgefragt) Äpfel der Sorte Boskop, aber auch mit anderen Sorten mit frischer Säure und festem Fruchtfleisch wird’s fein. Dieses Mal habe ich den eher süßen Gala-Apfel verwendet, der mich aber vor allem von der Konsistenz her nicht ganz überzeugt hat.
Für das Käferlein habe ich den kleinsten der fünf Äpfel babyfreundlich gefüllt, nach dem Backen den Inhalt aus der Schale gelöffelt und mit einer Gabel zermust.

Zutaten für 5 Bratäpfel

5 Äpfel der Sorte Boskop oder einer anderen säuerlichen Sorte (Cox Orange, Gravensteiner, Braeburn, …)

Für die Füllung
3 TL weiche Butter
3 EL Erdmandelmus (oder Mandelmus)
Zimt
2 EL Hagebuttenmarmelade
1 EL Honig
Vanillepulver
1 EL gehackte Walnüsse
etwas Rum
2 kleine Stücke Bitterschokolade

Zum Untergießen
1 Schuss Apfelsaft

Zum Dekorieren
1 TL gehackte Walnüsse
2 kurze Zimtstangen
Butterflöckchen zum Belegen

1. Von allen Äpfeln das Kerngehäuse ausstechen, ohne dabei aber bis zum Boden durchzustechen. Der Apfel soll an der Unterseite noch geschlossen sein. Am besten funktioniert das mit einem Kugelausstecher.

2. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

3. Für die Füllung Butter mit Erdmandelmus und Zimt vermischen. Einen Esslöffel davon in den kleinsten Apfel füllen – das wird der Babyapfel.

4. Den Rest der Butter-Erdmandelmus-Mischung mit Marmelade, Honig, Vanillepulver und gehackten Walnüssen vermischen. Zwei weitere Äpfel damit füllen – das werden die Kinderäpfel.

5. Der Rest der Füllung wird nun noch mit etwas Rum abgeschmeckt. Die restlichen Äpfel damit füllen. Je ein Stück Bitterschokolade in die Füllung drücken – das werden die Elternäpfel.

6. Die Äpfel in eine kleine Auflaufform stellen und mit etwas Apfelsaft untergießen, damit sie nicht anbrennen und / oder austrocknen. Natürlich kann auch Backpapier verwendet werden.

7. Die Elternäpfel mit gehackten Walnüssen und Zimtstangen kennzeichnen.

8. Alle Äpfel mit einigen Butterflöckchen belegen.

9. Im vorgeheizten Ofen 20 – 30 Minuten backen.

Inspiration: esskultur, Zeitschrift eltern.


Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

Bayrisches Volksgut
Freitag, 1. Dezember 2017

#wirrettenwaszurettenist: Schöner schenken!


Schön ist es, das Strahlen in den Augen der Kinder, wenn sie den Christbaum erblicken – und wunderschön vor allem dann, wenn sie noch klein sind, sich nichts erwarten, einfach nur ergriffen sind von all dem Glanz, dem Licht, der Üppigkeit. Wenn sie voller Freude sind: Das Christkind war da.

Zu Weihnachten nicht die Geschenke in den Vordergrund zu stellen, sondern das, was war, den Grund, warum wir überhaupt dieses Fest feiern, das ist ganz schön schwer. Aber gelingen kann es dennoch – indem wir zusammenrücken, erzählen, wärmen, wünschen, gemeinsam singen, Danke sagen, uns echte Gedanken machen über die Menschen, die wir beschenken möchten. Die Adventzeit bietet die ideale Bühne dafür.


Lieber weniger schenken und mehr darauf achten, welche Spuren die Entstehung der Geschenke hinterlässt. Das könnte die Botschaft an uns in unserer Überflussgesellschaft sein und einen neuen Mehrwert bedeuten. [Ilse Achleitner, Biohof Achleitner]

Zeit schenken und gemeinsame Erlebnisse schaffen, das wäre ein Gebot der Stunde. Oder aber Selbstgemachtes – mit Liebe und Hingabe hergestellt und verpackt! Ein Glas vom eigenen Sauerteig gemeinsam mit einem erprobten Rezept, Pesto aus Wildkräutern, Keksbackmischungen oder getrocknete und eingelegte Tomaten aus dem eigenen Garten – es gibt unendlich viele Möglichkeiten! Und jeder wird sich freuen.


Susi und Sina haben daher wieder den Rettungstrupp ausgeschickt und gemeinsam haben wir einiges an Ideen gesammelt. Wir wünschen frohes – und schönes – Schenken!



Kokostrüffel

Pralinen oder Trüffel sind immer ein feines Geschenk – vor allem, wenn sie selbstgemacht sind. Diese Kokostrüffel schmecken nicht zu süß und gehen auch als kleiner Snack durch, wenn untertags einmal der Gusto zwickt. Vegan werden sie, wenn der Honig durch Agavensirup oder anderen Sirup ersetzt wird.
Die Herstellung von Kokosmus ist übrigens keine Hexerei – das hat sogar mein Mittelklasse-Standmixer geschafft. Es wird bei Raumtemperatur und natürlich auch im Kühlschrank nach einer Weile wieder fest. Zur Verarbeitung verflüssige ich es wie Schokolade in der Mikrowelle – zuerst 30 Sekunden auf hoher Stufe, dann jeweils in 10 Sekunden-Schritten, bis es flüssig ist. Ein Wasserbad funktioniert natürlich auch.

Zutaten für etwa 20 Stück

Für das Kokosmus (ergibt etwas mehr als benötigt)
200 g Kokosflocken

Für die Trüffel
130 g Kokosmus, verflüssigt
50 g Sonnenblumenkernbutter (oder andere Nussbutter)
60 g Honig
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
80 g Kokosflocken
etwas Wasser

1. Für das Kokosmus die Kokosflocken in den Mixer geben und einschalten. Ähnlich wie bei der Herstellung von Nussbutter werden die Kokosflocken zuerst ganz fein, dann wird die Masse feucht, da das Kokosöl beginnt, auszutreten. Weiter mixen und dabei immer wieder die Seitenwände des Mixglases von der Masse befreien. Nach einigen Minuten (Geduld nicht verlieren!) entsteht eine glatte, relativ flüssige Masse – unser Kokosmus.


2. Das flüssige Kokosmus mit der Sonnenblumenkernbutter, dem Honig, Vanillezucker, Salz und Kokosflocken vermischen. Es entsteht eine eher krümelige Masse.

3. Nun teelöffelweise Wasser zugeben, bis die Trüffelmasse gut formbar ist.

4. Mit Hilfe eines Teelöffels kleine Mengen von der Masse abnehmen und mit feuchten Händen zu Kugeln formen.

5. Im Kühlschrank fest werden lassen.

6. Wer mag, setzt die Trüffel nun noch in Pralinenförmchen.

Hergestellt nach diesem Rezept.


Geschenke über Geschenke – da fällt die Wahl gar nicht so leicht:

auchwas - Weihnachtlicher Früchtekuchen
Aus meinem Kochtopf - Pastrami selbst gemacht - Für kurze Zeit mit Schleifchen
Barbaras Spielweise - Quitten-Chutney
Brittas Kochbuch - Stollenkonfekt
Brotwein - Partysonne / Brötchensonne - Rezept für Mini-Partybrötchen
Cakes Cookies an more - Chilisalz
evchenkocht - Rumkugeln
Fliederbaum - Rustikale Dinkel-Vanillekipferl
Food for Angels and Devils - beef jerky - extra scharf
genial-lecker - Quitten-Orangen-Gelee
giftigeblonde - Würzsalz mit Karotten, Petersilie und Sellerie
Karambakarinaswelt - Manadarinen Marmelade
Katha kocht! - Weihnachts-Gewürz selber machen
Kleines Kuliversum - Apfelstrudel Marmelade
Leberkassemmel und mehr - Geschenke aus der Küche: Adventslikör
lieberlecker - gewürzte Nüsse
Madam Rote Rübe - Dinkelvollkornnudeln
Münchner Küche - Gebrannte Mandeln mit Zimt und Sternanis
Obers triftt Sahne - Gebackener Adventskalender
our food creations - Karamellsirup & Honig-Lebkuchen
Pane-Bistecca - Kakao Lollipops
Prostmahlzeit, die Turbohausfrau - Weihnachtliches Apfel-Goji-Mus
Summsis Hobbyküche - Walnuss - Krokant
The Apricot Lady - Baguette-Backmischung zum Verschenken
Unser Meating - Herzhafte Cantuccini

Freitag, 17. November 2017

Nur ned hudeln


Als Georg, ein Unsympathler wie er im Buche steht, erfährt, dass er pleite ist, erklärt er seiner zugegebenermaßen etwas naiven Frau Maria auf aggressiv machend arrogante Art und Weise, wie das so läuft in seiner Welt:

Ich weiß, dass wir pleite sind, aber wir sind nicht pleite. Erst, wenn nach draußen dringt, dass wir pleite sind, dann sind wir pleite.

Woraufhin Maria ihm das eh schon allzu Offensichtliche eröffnet, nämlich, dass sie schwanger ist – natürlich nicht von ihm. Und erklärt:

Das ist genauso wie mit der Pleite. Du weißt, du bist nicht der Vater, aber du bist der Vater. Erst wenn irgendjemand erfährt, dass du nicht der Vater bist, bist du nicht der Vater und das willst du doch nicht, oder?*


Schöner Schein, makellose Welt. In diesem Sinne: Meine heurigen Allerheiligenstriezel sind sowas von perfekt geflochten, gell?


Next level Brioche

Heuer war es an der Zeit, die Allerheiligenstriezel für meine drei Patenkinder auf die nächste Ebene zu hieven: Mit der Einarbeitung eines Mehlkochstücks, auch Water-roux oder Tangzhong genannt, wurden die Brioches so wunderbar flaumig, saftig und watteweich, wie ich sie noch nie zusammengebracht hab. Warum ich das nicht schon früher ausprobiert hab?
Water-roux stammt aus dem asiatischen Raum und ist besonders gut für die Verwendung in süßen Germteigen geeignet. Durch die Verkleisterung der Mehlstärke beim Erhitzen lassen sich Teige mit deutlich höherem Flüssigkeitsanteil herstellen, was das Gebäck lockerer, saftiger und weicher macht und auch die Haltbarkeit verbessert. Gehalten habe ich mich dabei zum guten Teil an das Rezept von Ursula.
Lediglich beim Flechten hatte ich so meine Probleme – kein einziger Zopf ohne Flechtfehler! Argggh. Dabei zeigt es Dietmar eh so klasse vor, wie man einen schönen hohen Vierstrangzopf zusammenbringt … Merke: Hudeln ist beim Zopfflechten ein Kardinalfehler! Da gibt es doch dieses alte österreichische Sprichwort: Vom Hudeln kumman schiache Kinder. Na eben – und schiache Striezel a.

Zutaten für drei Striezel

Für das Kochstück
20 g Weizenmehl Type 700
100 ml Wasser

Für den Hauptteig
75 g weiche Butter
50 g feiner Kristallzucker
1 gehäufter TL Vanillezucker
1 Ei
1 Dotter
40 g Schlagobers (oder Sauerrahm)
1 gestrichener TL Salz
125 ml lauwarme Milch
20 g frische Hefe oder 1 Packerl Trockengerm
430 g Weizenmehl Type 700

Zum Bestreichen
1 Dotter
1 EL Milch

Zum Bestreuen
Mandelblättchen
Hagelzucker

1. Für das Kochstück Mehl und Wasser in einem kleinen Topf mit dem Schneebesen glattrühren. Erhitzen, bis die Masse puddingartig eindickt, dabei aber nicht aufkochen. Von der Hitze nehmen, abdecken und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

2. Für den Hauptteig die Butter mit Kristallzucker und Vanillezucker mit Hilfe der Küchenmaschine hellcremig rühren.

3. Ei und Dotter unterrühren.

4. Schlagobers, Salz, Milch, Hefe, das Kochstück und ein Drittel des Mehls dazugeben und unterrühren.

5. Auf den Knethaken wechseln und das restliche Mehl einarbeiten.

6. Den Teig 5 Minuten bei mittlerer Geschwindigkeit zu einem eher weichen Teig verkneten.

7. Die Teigschüssel abdecken und bei Raumtemperatur etwa 90 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

8. Den Teig aus der Schüssel nehmen und auf der gut bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten. In 12 Stücke teilen, die Stücke rund schleifen und auf ein bemehltes Küchentuch setzen. Abdecken.

9. Die Teiglinge nacheinander zu etwa 30 cm langen Strängen ausrollen. Je 4 davon nach Dietmars Anleitung zu einem hohen Vierstrangzopf flechten. Und dabei nur ja ned hudeln!



10. Die Striezel auf Bleche mit Backpapier setzen (zwei pro Blech gehen sich aus).

11. Dotter mit Milch versprudeln und die Striezel sorgfältig rundherum damit einpinseln. Gehen lassen.


12. Nach 30 Minuten noch einmal einstreichen und mit Mandelblättchen und Hagelzucker bestreuen (diese Kombi finde ich übrigens wahnsinnig hübsch!). Unmittelbar danach den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

13. Sobald der Ofen vorgeheizt ist, die Striezel hineingeben und in etwa 25 Minuten goldbraun backen.


14. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


*aus der TV-Serie Vorstadtweiber
Montag, 30. Oktober 2017

Die Superfoods in meinem Garten


In Wohlstand und Überfluss lebend wendet sich der Mensch gerne von grundlegenden Dingen ab und scheinbar weniger Banalem zu: Er sucht sich ein Luxusproblem, an dem er kiefeln kann. Das ist beim Essen nicht anders - gerade dieser Bereich ist so breit und dick eingestreut, dass er es sich auf einem dicken Bett an Meinungen, Theorien und Glaubenssätzen gemütlich machen kann. Hier darf er nun wählen zwischen einer omnivoren, flexitarischen, vegetarischen oder veganen Essweise, er kann auf Zucker, Fett oder Gluten verzichten oder er kann nach dem Heiligen Gral seiner Ernährung suchen, nach dem einen Nahrungsbestandteil, der alles gut macht, alles heilt, der ihn wenn schon nicht jünger, so zumindest alterslos macht.

Superfoods also. Sie sind bunt, exotisch, geheimnisvoll. Die Zuckerstreusel auf dem Sahnehäubchen der Ernährungsdiskussion. Ich muss zugeben: Von manchen, wie etwa Goji, Lucuma, Moringa oder Maca, weiß ich gar nicht, wie sie schmecken. Bei anderen wieder, Mandeln, Kürbiskernen oder Kokos, war mir ob ihrer Alltäglichkeit gar nicht bewusst, dass sie überhaupt dazu gehören.

Gersten- oder Weizengras, Moringa, Salate, Spinat, Gartenkräuter, Spirulina, Chlorella, Sauerkraut, Shiitake-Pilze, Mandeln, Brokkoli, Karfiol, Weiß- und Rotkraut, Kohlsprossen, Grünkohl, Rucola, Rettich, Radieschen, Kren, Kürbiskerne, Papaya, Traubenkerne, Himbeeren, Brombeeren, Ribisel, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Kokos, Açai, Aronia, Goji, Acerola, Camu Camu, Granatapfel, Ingwer, Avocado, Kurkuma, Bienenpollen, Honig, Leinsamen, Chiasamen, Matcha, Sprossen, Datteln, Hanf, Baobab, Sonnenblumenkerne, Sauerkirschen, Cranberries, Äpfel. Außerdem: Wildpflanzen wie Löwenzahn oder Brennnesseln.

Die Liste an Superfoods ist ewig lang – und diese hier nur ein kleiner Auszug. Aber … was fällt auf? Von den Spezialisten aus exotischen Gegenden abgesehen sind es auch viele, viele ganz normale, heimische Lebensmittel, denen die Wissenschaft gesundheitliche Superkräfte zuschreibt. Ich überlege: Ließe sich denn die Superfooddebatte derart interpretiert gar auf den ganz basalen (und stinklangweiligen) Leitspruch Vielfältig essen umdenken? Ich glaube schon – auch wenn das weit weniger sexy ist als die magischen Teufelskerle aus Übersee. Superernährung statt Superfood!


Gerade in einer Welt, in der es die Hälfte aller Menschen schon super fände, überhaupt Food in ausreichender Menge (und hier sprechen wir noch gar nicht von Qualität!) zur Verfügung zu haben, klatsche ich den Spirulinas und Moringas einen blattgoldverzierten Dekadenzorden auf die geblähte Superbrust - und lobe mir die heimischen Alternativen, die etwas schüchtern in der zweiten Reihe stehen und im Gegensatz zu den Posern geduldig darauf warten, entdeckt zu werden. Auch mit ihnen lässt sich unser Essen aufwerten, ganz unaufgeregt und zu einem weitaus kleineren ökologischen und monetären Aufwand: Wie wäre es mit Brennnesselpulver statt Spirulina oder Chlorella, mit Dirndln statt Gojibeeren, Leinsamen statt Chiasamen, Aronia, Heidelbeeren oder Ribiseln statt Açai-Beeren, Himbeerblättermatcha statt Grünteematcha? Oder mit Brennnesselsamen, Braunhirse, Hagebuttenpulver, Leinöl, Walnüssen, Honig vom imkernden Nachbarn? Genauer hingeschaut ist mein ganzer Garten voller Superfoods!!!


Dieses Wissen, eingebettet in meine ganz grundsätzliche Ernährungsphilosophie*, macht schon ganz schön was her. Ich war daher auch ganz angetan von der Idee von Sina und Christina, ein Blogevent zum Thema Heimisches Superfood zu veranstalten. So was von gern bin ich dabei (wenn auch auf den letzten Drücker) – und freue mich schon sehr auf die Zusammenfassung. Danke ihr zwei Lieben!


Krafthonig mit Brennnesselsamen

Mein heimisches Superfood ist ganz klar die Brennnessel. Sie ist so vielfältig verwendbar, so reich in ihrer Verfügbarkeit, so voller Potenzial für die Gesundheit!
In diesem Honig steckt die ganze Kraft der Brennnesselsamen. Andernorts habe ich bereits über deren Vorzüge berichtet. Die Erntezeit ist leider so gut wie vorbei, hier und da werden sich aber vielleicht noch brauchbare Samenstände finden.
Der Honig schmeckt auf dem Butterbrot genauso gut wie im selbst gemachten Knuspermüsli oder über dickem, griechischem Naturjoghurt. Er stärkt und spendet Energie und Kraft für den Tag. Wer seinen Krafthonig gänzlich aus heimischen Nahrungsmitteln herstellen möchte, lässt Zitronenschale und Kurkuma weg.

Zutaten für ein kleines Glas

200 g Honig
20 g getrocknete Brennnesselsamen
20 g Blütenpollen
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
¼ TL Kurkuma gemahlen

1. Alle Zutaten miteinander mischen und in ein sauberes Glas mit Schraubverschluss füllen.

2. Fertig!

3. Mit der Zeit setzen sich die federleichten Brennnesselsamen oben ab – vor dem Genuss daher immer kurz durchrühren.

Zuguterletzt noch ein (Zu-)Geständnis an mich selbst: Bei aller berechtigten Kritik an den Auswüchsen unserer globalen Nahrungswirtschaft – ganz ohne Avocados, Mandeln, Kokos, Ingwer oder Datteln möchte ich auch nicht sein. Und für Chiasamen … für die habe ich eine Schwäche entwickelt. So. Jetzt ist es raus.


*Wen es interessiert (und für mich zur Dokumentation):
©      Essen mit Bauchgefühl – was schmeckt mir, was tut mir gut?
©      Meinen Fokus richten auf regionale und saisonale Lebensmittel, Altes und Traditionelles bewahren.
©      Trotzdem aber offen bleiben für Neues, meine kulinarische Neugier nicht verlieren, vieles ausprobieren, meinen Horizont erweitern.
©      Nichts verbieten – von allem etwas, von nichts zu viel.
©      Vielfältig, abwechslungsreich, bunt essen. Reichlich Wildpflanzen inklusive!
©      Wissen, was ich esse – mein Essen kennen, mein Wissen darum erweitern.
©      Gelassen und entspannt sein im Umgang mit meiner Ernährung.
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