Freitag, 19. August 2016

Gut möglich


Gut möglich, dass es die Brennnessel war, die der Gevatter Tod in Grimms Märchen seinem Patenkind als das rechte und wahre Heilkraut zum Geschenk machte, mit dem es zum Doktor über alle Doktoren wurde, weltberühmt für seine Kunst, jedwede Krankheit kurieren zu können – sofern der Tod nicht andere Pläne hatte. Glauben möchte ich es, und zutrauen würde ich es der Brennnessel auch. Allein: Wissen werde ich es wohl nie.


Das Märchen endet tragisch – mit der Einsicht, dass gegen vieles ein Kraut gewachsen ist, aber nicht gegen den Tod. Da gefällt es mir schon besser, die Brennnessel gar nicht erst als Wundermittel anpreisen zu wollen, sondern schlicht als Lebensmittel. Nicht nur als Quell der Gesundheit, sondern auch des Genusses. So wandel- und wunderbar wie meine Brennnessel ist, geht das ja alles Hand in Hand.




Knusprige Topfen-Zitronen-Gnocchi mit Brennnesselsauce

Das Gnocchi-Grundrezept dürfte wohl vielen bekannt vorkommen – es handelt sich um Nickys fabelhafte 15-Minuten-Gnocchi mit Ricotta. Ich habe das Rezept nach meinem Geschmack abgewandelt. Brennnessel und Zitrone verstehen sich übrigens blendend!

Zutaten für 4 Portionen

Für die Gnocchi
500 g Topfen
2 Dotter
½ TL Salz
50 g frisch geriebener Parmesan
125 g Mehl (vielleicht auch etwas mehr, je nachdem, wie trocken der Topfen ist)
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
1 EL Butter
1 EL Olivenöl

Für die Brennnesselsauce
etwa 120 g frische Brennnesselspitzen oder 4 Brennnessel-Zwutschkerl
3 EL Butter
3 EL Mehl
500 ml Milch
Salz
Muskatnuss gerieben
1 Schuss Schlagobers

Zum Servieren nach Belieben
Zitronenspalten und / oder –zesten
Brennnesselsamen
frische Kräuter

1. Einen großen Topf mit Wasser aufkochen.

2. Für die Gnocchi Topfen mit Dottern, Salz, Parmesan, Mehl und Zitronenschale zu einem glatten Teig verkneten. Dabei das herrlich kühle Fingerspitzengefühl genießen.

3. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig fingerdicke Rollen formen und mit einem Messer Gnocchi von etwa 2 cm Länge abschneiden.

4. Das kochende Wasser salzen, die Gnocchi einlegen, Hitze reduzieren. Gnocchi einige Minuten mehr ziehen als kochen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.

5. Während die Gnocchi garen, Butter und Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.

6. Die fertigen Gnocchi mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und im Butter-Olivenöl-Gemisch goldbraun anbraten.

7. Für die Sauce die Brennnesselspitzen verlesen und kurz in leicht gesalzenem kochendem Wasser blanchieren, bis sie zusammenfallen. In einem Sieb abtropfen lassen, dann gut ausdrücken. Werden Brennnessel-Zwutschkerl verwendet: Auftauen lassen und nochmals gut ausdrücken.

8. In einem Topf Butter schmelzen lassen, das Mehl zugeben, kurz anschwitzen. Unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen die Milch angießen, rühren und aufkochen lassen. Kurz köcheln lassen.

9. Die vorbereiteten Brennnesseln zur Sauce geben, mit Salz und Muskat kräftig würzen und mit Schlagobers verfeinern.

10. Sauce auf Tellern anrichten, die Gnocchi darauf verteilen. Nach Belieben mit Zitronenspalten, Zitronenzesten, Brennnesselsamen und / oder frischen Kräutern garnieren.

Donnerstag, 11. August 2016

Rezension: Dolci Italiani


Von wem ließe sich wohl die süße Seite des Lebens besser präsentieren als von einer Italienerin – liegt Damen dieser Art, so erzählt man sich, la dolce vita doch geradezu im Blut. Cettina Vicenzino hat sich nach der sizilianischen und vegetarischen nun auch der süßen Küche Italiens gewidmet und mit Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch ein sowohl optisch als auch inhaltlich reichhaltiges Kochbuch vorgelegt, das mit Kitsch und Klischee nicht spart, gleichzeitig aber sehr authentisch wirkt. Marienbilder und Spitzendeckchen, pastellige Farben und dreibusige Teigpuppen, Baci aus Perugia und Assisi, die Torta mimosa zum Weltfrauentag, Cantuccini und Panettone – der süße Tisch ist reich gedeckt.

Jede der zwanzig Regionen Italiens wird mit einer typischen Zutat und jeweils zwei Rezepten vorgestellt. Danach folgen die so genannten Weltstar-Dolci wie Panna cotta oder Cantuccini sowie die Festtags-Dolci wie die Chiacchiere di Carnevale, das typische Schmalzgebäck zum Karneval.

Was mir besonders gut gefällt

* Zu jedem Rezept wird eine stets unterhaltsame und spannende Geschichte erzählt – beispielsweise sind die Italiener offenbar ein bisserl busenfixiert. Gleich zwei Rezepte im Buch beschäftigen sich mit der weiblichen Brust: Le Minne die Sant’Agata (kleine Törtchen, die wie Brüste aussehen und der heiligen Agatha gewidmet sind, die, ganz von Gott erfüllt, dem Werben des Statthalters von Catania nicht nachgegeben haben soll, worauf der ihr die Brüste abtrennen ließ – was für ein Horror) und die Pupazza Frascatana, eine gebackene Frauengestalt mit drei Brüsten, die wohl eine Hebamme darstellen soll, die die Kinder der arbeitenden Frauen nicht nur mit Milch, sondern über die dritte Brust auch mit Wein versorgte.
* Die Bilder wirken im Vergleich zum derzeitigen Clean Eating-Hype mit seinen polierten Freshy-Fotos fast schon wohltuend ungesund.
* Das Register ist sowohl nach Rezeptnamen als auch nach Zutaten sortiert.

Was mir nicht so gut gefällt

* Das Buch wirkt vielleicht auf den ersten Blick etwas überladen und unübersichtlich – die vielen verschiedenen Stile und Schriften sind sicherlich nicht jedermanns Sache.

Nachgekocht


Ciambelle al Vino Bianco – Weißweinkringel

Diese Kringel werden aus nur wenigen, einfachen Zutaten hergestellt und aufgrund des enthaltenen Weins auch Ubriachelli genannt, was so viel wie die Betrunkenen bedeutet. Die Ciambelle werden üblicherweise zum Abschluss eines Essens serviert und in Wein getunkt. Sie schmecken überraschend mürbe und aromatisch und halten luftdicht verpackt mehrere Tage frisch. Und vegan sind sie auch.

Zutaten für etwa 30 Weißweinkringel

400 g Weizenmehl (Tipo 00 oder Type 405)
100 g brauner Zucker (ich habe weißen verwendet)
1 Messerspitze Bourbon-Vanillepulver
120 ml Frascati oder ein anderer Weißwein
100 ml Olivenöl
1 Messerspitze Hirschhornsalz
brauner Zucker zum Bestreuen (ich habe weißen verwendet)

1. Mehl mit Zucker und Vanillepulver mischen.

2. Weißwein mit dem Olivenöl verrühren.

3. Hirschhornsalz in 1 TL Wasser auflösen.

4. Alles zusammen in einer Schüssel gut vermischen, dann auf der Arbeitsfläche zu einem glatten Teig verkneten.

5. Den Teig abgedeckt für etwa 30 Minuten ruhen lassen.

6. Teig in 30 Teile teilen. Jedes Teigstück zu einer 12 – 15 cm langen Rolle formen und daraus einen geschlossenen Ring formen.

7. Backofen auf 180 °C vorheizen.

8. Den braunen Zucker zum Bestreuen auf einen Teller geben und die Weißweinkringel jeweils mit der oberen Seite in den Zucker drücken. Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.

9. Im vorgeheizten Ofen etwa 20 – 25 Minuten nicht zu dunkel backen.

10. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


To Cook-Liste

Amor Polenta – Polentakuchen
Pesche all’Alchermes – Falsche Pfirsiche
Lonzino di Fico – Feigensalami mit Anis
Baci di Perugia – Küsse aus Perugia
Bocconotto con Confettura d’Uva – Mit Traubenkonfitüre gefüllte Küchlein

Fazit: Opulent, üppig bebildert, allerlei Zierrat und Firlefanz – Zurückhaltung ist mit Sicherheit keine Stärke des Buches Dolci Italiani. Wohl aber die Kunst, bei aller Raffinesse nicht geschmacklos zu wirken – weder, was die Aufmachung betrifft, noch die vorgestellten Rezepte. Ich finde es reizvoll und schön, in die kulinarischen Schatzkisten traditioneller Länderküchen schnuppern zu dürfen – und ganz nebenbei kurzweilige Geschichten serviert zu bekommen. Ich mag das Buch!

Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch
von Cettina Vicenzino
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten
Edition Fackelträger, 1. Auflage 2016
ISBN: 978-3771646295
Preis: € 19,99

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag Edition Fackelträger, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Montag, 8. August 2016

God save the Cream


Mein Mann hat sich zum Veganophobiker entwickelt. Veganophobie: Die Angst vor veganem Essen. Kann das mal jemand in die offizielle Liste der Phobien aufnehmen? Mein Mann stellt sich als Forschungssubjekt vermutlich gerne zur Verfügung.

Ehrlich, ich wollte das nicht. Wenn sich seine Vegan???-Sensoren steil aufrichten, sobald ein ihm unbekanntes oder zumindest komisch anmutendes Gericht auf den Tisch kommt, tut er mir fast ein wenig leid. Dann muss er nämlich zuerst einmal mit dem anfänglich diffusen Hineinschmecken fertig werden, dem Löffel des Misstrauens, dem Biss ins Ungewisse. Erst dann kann er sich entspannen beim Essen – auch, und dafür liebe ich ihn, wenn es ihm nicht übermäßig schmeckt. Isst brav auf, damit er der Köchin eine Freude macht. Spart aber dann auch nicht mit Kritik. Ein guter Mann.


Manches Mal, da passiert es, dass er etwas übersieht. Dass er es übersieht, das Vegane. Dann versuche ich hin und wieder, ihn im Nachhinein zu hyposensibilisieren: Es hat dir doch geschmeckt, oder etwa nicht? Nun, was dann passiert, ist eigentlich schon wieder lustig: Plötzlich wäre das Essen dann ja doch nicht sooo gut gewesen, ein wenig leer hätte es geschmeckt und auch irgendwie … anders.  

Womit wir beim Thema wären. Mein Mann sortiert sein Essen in ihm bekannte kulinarische Schubladen ein – und vergleicht vegane Gerichte ganz automatisch mit seinen von Kindesbeinen an vertrauten tierischen Vorlagen, die tief in ihm verwurzelt sind. So können sie dann nur verlieren – aber nicht etwa, weil sie schlechter schmecken, sondern einfach, weil sie anders schmecken. Anders als gewohnt.


Ich denke, es ist wichtig, offen zu sein für Neues und bereit zu sein, Gewohnheiten auch einmal ganz lässig über den Tellerrand zu schmeißen. Gutes veganes Essen einfach nur für sich zu beurteilen, ohne Vergleiche anzustellen. Wenn es dann immer noch nicht überzeugt, ist das ja auch ok und keiner ist beleidigt, ich zumindest nicht. Vermutlich steckt sogar etwas ganz Banales hinter dem inneren Widerstand meines Mannes: Verlustangst. Nie mehr Käse? Nie mehr Fleisch? Nie mehr Milch, Joghurt, Eier? Und, OMG … Nie mehr Schl … Schl … Schlagobers???

Ach Schatz … Ich bin kurz in der Küche. Hier, da hast du, ganz allein für dich.

Seine Augen glänzen und ganz leise höre ich ihn seufzen: God save the cream …


Very Berry Mousse

Dieses schnelle Dessert ist eine Hommage an die Lieblingsnachspeisen aus der Kindheit meines Mannes: Schlagobers mit Heidelbeeren, Schlagobers mit Erdbeeren, Schlagobers mit Kakao. Wozu elendslang in der Küche stehen, wenn man einen Menschen auf so einfache Weise glücklich machen kann?

Zutaten für 4 kleine Dessertportionen

Für die Creme
250 g Schlagobers
20 g Himbeerpulver (ich verwende dieses hier, man kann aber auch gefriergetrocknete Himbeeren pulverisieren)
6 EL Wasser
2 EL Vanillezucker

Zum Anrichten
Brombeeren und Heidelbeeren (aus Wald oder Garten, ganz nach Belieben, gern auch gemischt)
blaue Blüten von Kornblume oder Wegwarte

1. Flüssiges Schlagobers mit Himbeerpulver und Wasser glatt rühren und etwa 1 Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Das zusätzliche Wasser sorgt dafür, dass das Obers nicht schon vor dem Aufschlagen zu sehr eindickt.

2. Vanillezucker zum Schlagobers geben. Obers zur gewünschten Konsistenz aufschlagen und in Schalen anrichten.

3. Mit Beeren und Blüten garnieren.


Quelle: Food52.
Freitag, 5. August 2016

Echt ecka


ECKA!!!, ruft der kleine Mann in seinem Hochstuhl neben mir und ich fass es nicht, wie sehr ich mich darüber freue. Mein Essen schmeckt lecker!? Echt? Das hier? Das schmeckt lecker? (Kleine und mittelgroße Kinder können schonungslos ehrlich gemein und hartherzig sein, wenn es darum geht, ihr Essen zu beurteilen. Ich weiß, wovon ich rede.)



Während in mir drin ein hundertköpfiger Chor zu einem grandiosen Halleluja!!! anhebt, kommt mir kurz in den Sinn, dass ich dieses Wort ja eigentlich gar nicht mag. Lecker. Weil es so inflationär und undifferenziert verwendet wird, weil es die Möglichkeit eines kreativen kulinarischen Wortschatzes uniform zumümmelt und …. Ach, ach es ist ja egal. So egal. Gut, dass es schmeckt.


Kurkuma-Gnocchi mit Ofentomaten, Salbei und Königskerze

Was für ein Wohlfühlgericht, allein schon der Anblick … Die Königskerzen sind dank ihrer majestätischen Erscheinung derzeit kaum zu übersehen. Wochenlang versorgen sie mich nun schon mit ihren hübschen und köstlichen Blüten. Sie passen mit ihrem leicht scharfen Geschmack und auch optisch perfekt zum Gericht. Die Gnocchi haben mich von der Konsistenz her voll und ganz überzeugt und sind, genauso wie die Ofentomaten, sehr gut vorzubereiten.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Gnocchi
500 g mehlige Kartoffeln
110 g griffiges Mehl
50 g Dinkel- oder Weizengrieß
2 Dotter oder 1 kleines Ei
1 EL Kurkuma
Salz
Pfeffer

Für die Gnocchi zum Fertigstellen
3 EL Olivenöl
50 g Butter

Für die Ofentomaten
400 g Kirschtomaten
1 Prise Zucker
Fleur de Sel
Pfeffer
2 EL Olivenöl
Öl für die Form

Für die knusprigen Salbeiblätter
3 EL Olivenöl
2 EL Butter
2 Handvoll Salbeiblätter
Salz

Zum Anrichten
frisch geriebener Parmesan
1 Handvoll Königskerzenblüten

1. Die Kartoffeln in der Schale dämpfen.

2. Währenddessen das Backrohr auf 150 °C vorheizen.

3. Die Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben in eine leicht geölte Auflaufform setzen. Mit Zucker, Fleur de Sel und Pfeffer bestreuen, mit Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Ofen 50 – 60 braten.

4. Die Kartoffeln schälen, durch eine Kartoffelpresse pressen, etwas überkühlen lassen und dann mit den restlichen Zutaten rasch zu einem glatten Teig verkneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 4 Teile teilen. Jeden Teil zu einer etwa daumendicken Rolle formen und mit dem bemehlten Messer schräg in etwa 1 – 1,5 cm breite Stücke schneiden. Die Gnocchi auf ein bemehltes Brett setzen.

5. Einen großen Topf mit Wasser aufkochen, salzen. Die Gnocchi hinein gleiten lassen, einmal vorsichtig umrühren und dann etwa 4 Minuten bei mittlerer Hitze garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.

6. Währenddessen eine Platte oder ein Blech bereitstellen. Die Gnocchi mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser nehmen, gut abtropfen lassen, auf der Platte oder dem Blech ausbreiten und mit 3 EL Olivenöl beträufeln. Vorsichtig durchmischen.

7. Für die Salbeiblätter in einer kleinen Pfanne Olivenöl und Butter aufschäumen, Salbei dazu geben und bei nicht zu starker Hitze knusprig braten. Salbeiblätter herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und leicht salzen. Das Salbeiöl beiseite stellen.

8. 10 Minuten vor dem Servieren 50 g Butter in einer großen Pfanne aufschäumen, die Gnocchi dazugeben und bei mittlerer Hitze erhitzen und goldgelb braten.

9. Gnocchi mit den Ofentomaten auf Tellern anrichten, die Salbeiblätter darauf verteilen, mit Salbeiöl beträufeln, mit Parmesan bestreuen und mit den Königskerzenblüten garnieren.



Nach einem Rezept aus dem frisch gekocht Magazin.
Montag, 1. August 2016

Sonnensüss


Ein Ringelblümchen liebte sehr
ein zweites gegenüber,
drum rief’s: Ich schicke mit ‘nem Gruß
dir eine Biene rüber!

Da rief das andere: Du weißt,
ich liebe dich nicht minder,
doch mit der Biene, das lass sein,
sonst kriegen wir noch Kinder!

Frei nach: Das Gänseblümchen von Heinz Erhard


Ringelblumenblütenzucker

Blütenzucker aus Ringelblumen schmeckt würzig, blumig und etwas herb. Der leichte Bittergeschmack, der sich in ganz frischem Zustand bemerkbar macht, verliert sich zum Großteil mit dem Trocknen. Besonders reizvoll finde ich das wunderbar strahlende Orange, deshalb verwende ich ihn gerne als dekoratives Element auf Eis, Kuchen oder Obstsalat. Mit der Menge an Ringelblumenblüten kann man sicher etwas spielen: 10 % Blüten verleihen dem Zucker eine kräftig orange Farbe, mit 5 % bekommt er ein schönes Gelb, das aber ebenso schön anzusehen ist.

Zutaten für etwa 150 g

15 g frische Ringelblumenblüten (Blüten von etwa 30 Blütenköpfen)
150 g Kristallzucker

1. Die Blütenzungen vorsichtig von den Blütenköpfen zupfen.

2. Blüten gemeinsam mit dem Zucker portionsweise in der elektrischen Kaffeemühle (oder auch händisch im Mörser) vermahlen. Es entsteht eine intensiv gefärbte, leicht feuchte Zuckermasse.

3. Den feuchten Blütenzucker auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und etwa 1 Tag bei Raumtemperatur trocknen lassen, dabei hin und wieder durchmischen.


4. Für ganz feinen Zucker wird der Blütenzucker nach dem Trocknen nochmals vermahlen.

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