Donnerstag, 31. Dezember 2015

#Foodblogbilanz2015


Traditionen schaffen – da bin ich gerne dabei, liebe Sina! Hier also kurz und knackig meine ganz persönliche Foodblogbilanz für das Jahr 2015:

1. Was war 2015 dein erfolgreichster Blogartikel?

Meistgelesen: Supermutter, die

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

Ein schöner Nachmittag mit meinen Kindern und unserem Hund, der in einer spannenden Begegnung und einer köstlichen Mahlzeit endete.

Die erste Torte meines kleinen Minimädels – sie machte uns so richtig stolz.

Ich mit König Nesselbart auf Tour – was für ein tolles Team!

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Claudio nähert sich mit unbeschreiblich schönen Worten und Bildern meinem Lieblingskraut an, der Brennnessel. Wie gern hätte ich diesen Beitrag geschrieben. Und seine Gnocchi sind sowieso eine Sünde wert.

Micha hat mich mit ihrer Sommertarte auf die Sekunde eingefangen – und hält mich immer noch fest. Weitere Happen der Jahreszeiten-Galette folgen bald.

So kreativ und verspielt kann es zugehen in der Weihnachtsbäckerei. Liebe Kathrin, das will ich auch!

4. Welches der Rezepte, die du 2015 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Ganz klar: Mein 100 % Brot. Es ist der Alltagsklassiker bei uns, das Rezept beherrsche ich im Schlaf.

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2015 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

Beschäftigt hat mich vor allem die Frage, ob Das Mädel vom Land sozialer werden soll … Facebook, instagram & Co: Warten sie auf mich? Bringen mich Social Media weiter – oder fressen sie einfach nur meine Zeit? Ich habe für mich noch keine Antworten gefunden.

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

Da kann ich mich schwer entscheiden … Die vegane Sachertorte? Sie war bombastisch … Oder mein Coke White, mit dem ich endlich so richtig zufrieden bin?

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

Leider denke ich viel zu selten daran, mich durch die Suchbegriffe in meiner Bloggerstatistik zu klicken – da sind bestimmt jede Menge Schenkelklopfer dabei. Der schrägste Suchbegriff derzeit: Eingeweichte Rübenschnitzel. Ähm, tja …

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2016?

Für uns beide wünsche ich mir, dass mir die Freude am Bloggen erhalten bleibt und ich es schaffe, offen für Neues und gleichzeitig authentisch zu bleiben.

Euch allen alles Liebe und Gute für das neue Jahr!
Schön, dass ich euch an meiner Seite weiß …
Mittwoch, 23. Dezember 2015

Frohe Weihnacht!


Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,
es riecht nach Weihnachtstorten;
Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd
und bäckt die feinsten Sorten.

Ihr Kinder, sperrt die Augen auf,
sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse, seht,
tut Ruprecht ganz voll Zucker.

Er streut – die Kuchen sind schon voll –
er streut – na, das wird munter:
Er schüttelt die Büchse und streut und streut
den ganzen Zucker runter.

Ihr Kinder, sperrt die Mäulchen auf,
schnell! Zucker schneit es heute;
Fangt auf, holt Schüsseln – ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!

Paula Dehmel (1862 – 1918) / Weihnachtsschnee


Weihnachten spüren und erleben, wie ein Kind es tut: Verspielt, unbeschwert, mit großer Neugier und weit geöffnetem Herzen. Mit dem festen Glauben an das Mögliche im Unmöglichen und daran, dass manchmal auch Wunder gescheh’n. Das ist meine Wunschvorstellung – für mich, für euch.


Weihnachten 2015 ist so anders. Die Herbergssuche erleben wir nicht wie gewohnt nur im übertragenen Sinn. Dieses Weihnachten ist Erfahrung, nicht bloß Erinnerung. Etwas verändert sich, das spüren wir in aller bedrohlichen Wirklichkeit, hautnah. Aber auch wenn Veränderung Angst machen kann – gleichzeitig birgt sie Bereicherung und Neuanfang.

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.
Laotse

Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Montag, 21. Dezember 2015

Leibgerichte


Ich koche fast nur die Lieblingsspeisen vom Opa – oder zumindest das, von dem ich weiß, dass er es mag, erwähnte meine Oma einmal ziemlich beiläufig bei einer Plauderei auf der Bank vor ihrer Haustür.
Auf meine Frage nach ihren Beweggründen dafür meinte sie: Weil dann der Opa kräftig zulangt. Und solange er ordentlich isst, weiß ich, dass es ihm gut geht.

Damals konnte ich der Ernährungsstrategie Leibgerichte nicht allzu viel abgewinnen. Wird dann nicht einseitig gegessen? Viel zu wenig ausprobiert? Was ist mit kulinarischer Neugier und der Offenheit gegenüber Unbekanntem? Gerade in der heutigen Zeit, bei diesem vielfältigen Angebot? Aber natürlich: Die Ernährung hatte früher einen ganz anderen Stellenwert. Ging es einst vor allem um Versorgungssicherheit, so können wir es uns gegenwärtig leisten, mit Zuckeralternativen zu spielen und ein Gericht in zig Varianten auszuprobieren.

Heute kann ich meine Oma gut verstehen. Es war ihr wichtig, dass Opa isst und bei Kräften bleibt. Genauso wie es mir gerade sehr wichtig ist, dass mein Hund das tut. Der alte Kerl, mein treuer Begleiter. Ganz plötzlich hat er seinen Appetit verloren und auch einiges an Gewicht. So bekommt er nun sehr viel Liebe – und ausschließlich das, was ihm schmeckt.


Kürbisleckerlis mit Erdnussbutter

Diese Leckerlis liegen heuer für meine vierbeinigen Freunde unterm Weihnachtsbaum!

Zutaten für 2 Blech (etwa 40 Stück, je nach Größe)

180 g Kürbismus (Kürbisfleisch in wenig Wasser gekocht und püriert)
70 g Erdnussbutter
30 g Goldleinsamen (oder herkömmlicher Leinsamen)
3 Eier (M)
450 g Vollkornmehl

1. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

2. Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten.

3. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 4 mm dick ausrollen, beliebige Formen ausstechen und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen.

4. Die Kekse etwa 20 – 25 Minuten hell backen, herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.


Variation: Für Hundekekse mit Ketchupglasur die ausgekühlten Kekse mit 3 EL Ketchup dünn bepinseln und bei 100 °C im Backofen weitere 20 – 30 Minuten trocknen lassen.
Freitag, 18. Dezember 2015

Aller guten Kekse sind drei


Erst ein mickriges Weihnachtskeks-Rezept in diesem Advent? Und das bei einer Mutter, die jedes Jahr zwischen 20 und 30 Sorten bäckt (siehe oben)? Stimmt, das geht gar nicht. In aller Eile seien daher so kurz vor dem Heiligen Abend noch drei meiner Weihnachtslieblinge verraten - Kekse, die seit meiner Kindheit alljährlich gebacken werden und die ich tatsächlich über alle Maßen liebe – und esse.


Honigschnitten

Ein Klassiker meiner Mama seit ich denken kann.

Für den Mürbteig
200 g Mehl
100 g Butter
100 g Zucker
½ TL Backpulver
1 Dotter

Für die Honigmasse
100 g Zucker
60 g Honig
80 g Butter
150 g grob gehackte Walnüsse

1. Für den Mürbteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

2. Backrohr auf 180 °C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

3. Mürbteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rechteckig etwa zur Größe des Backblechs ausrollen. Mit Hilfe des Nudelholzes auf das Blech legen und im heißen Rohr etwa 10 – 15 Minuten vorbacken, bis der Mürbteig an der Oberseite nicht mehr glänzt.

4. In der Zwischenzeit für die Honigmasse Zucker, Honig und Butter in einen Topf geben und erhitzen, bis die Masse zu bräunen beginnt. Die Nüsse einrühren.

5. Mürbteig aus dem Ofen nehmen und die sehr heiße Honigmasse darauf verstreichen.

6. Im Ofen etwa 20 Minuten weiter backen, bis die Schnitten eine schöne, goldbraune Farbe haben.

7. Aus dem Ofen nehmen, überkühlen lassen und in Schnitten schneiden.


Mostkeks

Ein Advent ohne meine geliebten Mostkeks – da würde definitiv was fehlen. Sie sind so mürb und zart, dabei leicht und fruchtig. Ein Weihnachtstraum!

Für den Mürbteig
250 g Mehl
250 g Butter
1 Prise Salz
3 EL Most

Zum Füllen
etwa 200 g nicht zu dünne Ribiselmarmelade (natürlich geht auch andere Marmelade, wie zum Beispiel Marille)

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Für den Mürbteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

2. Backofen auf 180 °C vorheizen.

3. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 2 mm dick ausrollen und Kreise mit 4 – 5 cm Durchmesser ausstechen.

4. In jeden der Kreise einen Teelöffel Marmelade setzen. Jeden Kreis zu einem Halbkreis zusammenklappen und die Ränder gut andrücken.

5. Mostkeks auf mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen und im vorgeheizten Backrohr 10 – 12 Minuten hellgelb backen.

6. Kekse aus dem Rohr nehmen und noch warm mit Staubzucker bestreuen.


Raunigel aka Rawutzl

Das Rezept stammt von meiner Schwiegermama – sie macht die besten.

Für den Rührteig
2 Eier
20 g zerlassene Butter
2 EL Honig
1 TL Zimt
150 g Staubzucker
1/8 l Kaffee
250 g Mehl
½ Packerl Backpulver

Für die Tunkmasse
500 g Kokosfett
400 g Staubzucker
60 g Kakaopulver
10 EL Milch
12 EL Rum

Zum Wälzen
etwa 500 g Kokosflocken / Kokosette

1. Backrohr auf 180 °C vorheizen.

2. Für den Teig die Eier trennen.

3. Dotter mit zerlassener Butter, Honig, Zimt, Staubzucker und Kaffee sehr schaumig schlagen.

4. Eiklar zu steifem Schnee schlagen und unterheben.

5. Mehl mit Backpulver vermischen und ebenfalls unterheben.

6. Den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verstreichen und im vorgeheizten Rohr 20 – 25 Minuten backen. Auskühlen lassen, dann in Würfel oder Rechtecke schneiden.

7. Für die Tunkmasse das Kokosfett zerlassen und gut mit Staubzucker und Kakao vermischen. Milch und Rum einrühren.

8. Ein Suppenteller mit Kokosraspeln herrichten.

9. Die Teigwürfel vollständig in die Glasur tauchen, etwas abtropfen lassen und anschließend rundherum in den Kokosflocken wälzen.

10. Auf einem Kuchengitter trocknen lassen.
Donnerstag, 17. Dezember 2015

Rezension: >> Mix it <<


Ein Mixer-Kochbuch also. Nicht das erste, nicht das einzige auf dem Markt. Aber Neuland für mich, ganz definitiv. Drei Fragen gleich zu Beginn:

1. Wofür brauche ich den Mixer in den Rezepten ganz konkret?
2. Funktionieren die Rezepte auch mit einem ganz normalen Mixer?
3. Ist die Art und Weise, mit dem Mixer zu kochen, so neu, dass es eigene Kochbücher braucht?

Also zunächst einmal: Es muss ein Heidenspaß gewesen sein, das Foto für das Cover zu machen. Splash! Alles voll. Bei mir war übrigens auch alles voll, die Wand, die Decke. Voll mit Kürbissuppen-Spritzern. Fotografiert habe ich das nicht, obwohl es lustig aussah. Mir war da nämlich ein bisserl zum Weinen zumute. Aber dazu später.

>> Mix it << von Lena Suhr (sie bloggt unter AVeryVeganLife) verspricht 120 vegane Rezepte aus dem Mixer:

* Smoothies, Säfte & Shots
* Milchalternativen & Getränke
* Aufstriche & Pestos
* Suppen
* Salate & Dressings
* Süßes
* Dies & Das (z. B. Schoko-Overnight Oats oder ein Dressing für Kale Chips)

Nach der Lektüre des Buches und nach einigen Rezepttests kann ich nun folgendes sagen:

1. Wofür brauche ich den Mixer in den Rezepten ganz konkret?

Für Smoothies, Pflanzenmilch und andere Getränke, Dressings und Aufstriche erübrigt sich die Frage: Zum Pürieren. Der Mixer wird aber außerdem zum Mahlen von Haferflocken, zur Zubereitung von Suppen, zum Zerkleinern von Karfiol, zum Hacken von Reiskörnern oder zur Herstellung von Eis aus gefrorenen Früchten (der so genannten Nice Cream) verwendet.

2. Funktionieren die Rezepte auch mit einem ganz normalen Mixer?

In den Einführungsseiten schreibt Lena Suhr, dass für die meisten Rezepte ein herkömmlicher Standmixer auf jeden Fall ausreichend wäre. Vermutlich trifft das zu, obwohl die Ergebnisse ganz sicher nicht die gleichen sind. Und da wäre ja auch noch die Kürbissuppe …

3. Ist die Art und Weise, mit dem Mixer zu kochen, so neu, dass es eigene Kochbücher braucht?

Grundsätzlich wären die Rezepte auch in einem Kochbuch ohne Mixer-Bezug ganz gut untergebracht. Denn wer heute Vollwertküche 2.0 (und hier gehört >> Mix it << ganz definitiv dazu) kocht, der hat sowieso einen besseren Mixer zuhause. Alleine schon wegen der vielen Nussmuse und Pflanzenmilchen undundund. Nichtsdestotrotz ist aber der Mixer der gemeinsame Nenner aller Rezepte im Buch. So weit, so stimmig.
Auf der Suche nach neuen Zubereitungsmethoden bin ich dann sogar fündig geworden und nach anfänglichen Missverständnissen beim Kapitel Suppen gelandet. Die Autorin bereitet ihre Suppen vollständig im Mixer zu – alle Zutaten werden so lange gemixt, bis sie sich durch die Reibung erhitzen und die fertige Suppe heiß aus dem Mixbecher läuft. Das klingt natürlich interessant und verlockend.

Nachgekocht


Wake-up-Smoothie

Na ok, ein Smoothie aus dem Mixer ist eine leichte Übung. Aber gut schmeckte er schon!

Zutaten für 2 Portionen

200 g junger Blattspinat (ich: tiefgekühlter)
6 – 8 Blätter frische Pfefferminze
2 Bananen
2 Orangen
200 ml Mandelmilch (ich: Hafermilch)
1 TL Moringapulver (ich: weggelassen)

1. Blattspinat und Pfefferminze waschen und verlesen

2. Bananen und Orangen schälen.

3. Alle Zutaten in den Mixer geben und pürieren, bis der Smoothie eine cremige Konsistenz hat. Gegebenenfalls Wasser hinzufügen, sollte der Smoothie zu dickflüssig sein.

Kürbissuppe mit Kichererbsen: Roher Kürbis wird mit Lauch, Öl, Knoblauch, Gemüsesuppe und Gewürzen gemixt, bis alles heiß ist, dann wird abgeschmeckt und die Suppe mit gekochten Kichererbsen angerichtet. Und hier muss ich definitiv sagen: Das funktioniert nie im Leben mit einem normalen Standmixer. Meine Suppe war eher lauwarm als heiß und sie hat uns allen so gar nicht geschmeckt. Suppe gehört gekocht. Aus dem Mixer schmeckt sie roh und unfertig.
Außerdem habe ich den Hinweis von Lena Suhr, den Mixbecher nicht mit dem Deckel abzudichten, damit der Dampf entweichen kann, zwar befolgt, nicht aber den nachfolgenden Satz gelesen, in dem stand: Verwenden Sie stattdessen ein Küchentuch. So war halt alles voll in meiner Küche, siehe oben. Zumindest die schöne Idee merke ich mir, Kichererbsen als Suppeneinlage zu verwenden.

To Cook-Liste

Quinoa-Hirse-Waffeln
Veganer Käsekuchen mit Himbeeren
Saftige Bohnen-Brownies
Chocolate Lover’s Nice Cream
Schoko-Overnight-Oats
Hundekekse mit Banane

Fazit: >> Mix it << von Lena Suhr bietet eine bunte Auswahl an Gerichten, die mit dem Mixer zubereitet werden können. Vieles davon kennt man bereits, manches ist neu (wie etwa das Suppenkapitel).
Für einige Rezepte braucht es definitiv einen Hochleistungsmixer, der aber heuer sicher unter so manchem Weihnachtsbaum zu finden sein wird – da wäre das Buch dann eine passende Draufgabe.
Schade, dass es ohne Superfoods wie Lucuma, Moringa oder Acai derzeit offenbar gar nicht geht. Aber das ist Geschmackssache.
Eine Übersichtsliste der derzeit am Markt befindlichen Geräte mit Vor- und Nachteilen wäre noch schön und hilfreich gewesen.

>> Mix it << - 120 vegane Rezepte aus dem Mixer
von Lena Suhr
Broschiert, 128 Seiten
TRIAS Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3830481829
Preis: € 14,99

Ein herzliches Dankeschön an den TRIAS Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Dienstag, 15. Dezember 2015

Erbstücke


In meiner Erinnerung ist Weihnachten untrennbar mit einem ganz besonderen Geschmack verbunden: Dem Geschmack von Omas Lebkuchen. Zu keiner Zeit kostete ich irgendwo einen besseren und so ist es noch heute. Dank Omas Rezept hole ich mir die Wintertage von damals zurück, als weiße Weihnachten die Regel und nicht die Ausnahme waren. Wir saßen alle rund um den großen Tisch in der Küche, der Onkel erzählte Witze ohne Unterlass, wir lachten und sangen Lieder. Unvergessen bleibt mir auch der Nachmittag, als wir alle in der Stube zu lateinamerikanischen Rhythmen tanzten, jung und alt – und Oma im Rollstuhl.


Oma war eine große, kräftige Frau mit ebensolchen Händen. Es war ihr immer wichtig, dass an ihrem Tisch alle satt wurden, nein, mehr als das. Keiner sollte ihr Haus in aufrechter Haltung verlassen können. Wenn alle sich vornüber gebeugt den Bauch hielten – dann war sie zufrieden. Ein Nein, für mich nicht mehr, ich kann nicht mehr!, ließ sie nicht gelten. Schon schwappte der nächste Schöpfer Suppe herüber, schon lag das nächste Schnitzerl auf dem Teller. Später Eis, meist noch Torte. Und dann, genau dann, wenn eigentlich gar nichts mehr ging, dann kam er: Der Lebkuchen. Riesige, dicke Pracker in einer großen Keramikschüssel, mit Walnüssen verziert, recht einfach. Aber so herzzerreißend köstlich. Na gut, einer geht. Mmhh … Ok, einer noch. Hach, so süß, saftig, weich und würzig. Jetzt aber der letzte. Es gibt nichts Besseres. Nur noch einer übrig? Meiner!!!


Omas Lebkuchen, ein altes Familienrezept

Zutaten für etwa 5 Bleche

Seit ich das Rezept für Omas Lebkuchen kenne und selber backe, weiß ich auch, warum er so gut schmeckt: Es ist genau so viel Zucker / Honig wie Mehl drin! Nun ist das ja für ein klassisches Lebkuchenrezept eigentlich eh nicht so ungewöhnlich. Aber bewusst war es mir bisher nicht. Na gut, dafür ist der Lebkuchen fettfrei. Und Obst ist auch drin, nämlich: Aranzini.
Wer sich nun innerlich gruselt (derer gibt es viele): Halt! Erstens kann man auch selbst gemachte kandierte Orangenschale verwenden (Rezept hier), zweitens werden die Aranzini bei mir püriert, so dass man sie (versprochen!) gar nicht bemerkt und drittens machen sie den Lebkuchen wunderbar saftig und rund im Geschmack. Also ganz im Ernst: Ihr solltet es ausprobieren.
Ich habe Ausstecher von etwa 5 cm Durchmesser verwendet, die Lebkuchen werden dann so richtig schön groß, weil der Teig ja beim Backen auf- und auseinander geht. Wer kleinere Lebkuchen mag, verwendet kleinere Ausstecher (etwa 3 – 4 cm Durchmesser).
Ich mag meine Lebkuchen am liebsten unbestrichen, außer ich belege sie mit Nüssen oder Trockenfrüchten, dann bestreiche ich sie vorher mit Milch. Dadurch wird die Oberfläche matt und seidig. Wer es lieber glatt und glänzend mag, verwendet ein verquirltes Ei.
Im ursprünglichen Rezept wird übrigens zunächst einmal nur die Hälfte des Mehls in den Teig eingearbeitet, die zweite Hälfte dann erst am nächsten Tag vor dem Ausrollen.

5 Eier
100 g Aranzini
200 g Honig
500 g Gelbzucker
1 Packerl Lebkuchengewürz
3 EL Rum
1 TL Natron
350 g glattes Weizenmehl
350 g Roggenmehl Type 960

Zum Bestreichen
Milch

Zum Verzieren
Mandeln, Walnüsse, Belegkirschen, etc.
Zuckerglasur
Schokoladenglasur
gehackte Pistazien
bunte Zuckerperlen oder -streusel

1. Eier mit klein gehackten Aranzini in ein Mixgefäß geben und mit dem Stabmixer fein zerkleinern.

2. Die Eiermischung mit Honig und Zucker schaumig aufschlagen.

3. Gewürze, Rum, Natron und Mehl einarbeiten. Es entsteht ein eher weicher Teig.

4. Den Teig abgedeckt über Nacht in einem kühleren Raum (zum Beispiel im Schlafzimmer) rasten lassen.

5. Am nächsten Tag den Backofen auf 180 °C vorheizen.

6. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 6 mm dick ausrollen, Formen ausstechen und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen.

7. Den Großteil der Lebkuchen backe ich unbestrichen. Einen Teil bestreiche ich mit Milch und belege die Formen dann mit Mandeln, Walnüssen und / oder kandierten Kirschen.

8. Lebkuchen im vorgeheizten Rohr 15 – 20 Minuten hell backen.

9. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

10. Beim Verzieren sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Bei mir gibt es heuer:

* Lebkuchen pur
* Mit Nüssen und kandierten Kirschen verziert
* Mit Zuckerglasur überzogen und mit gehackten Pistazien bestreut
* In Schokoladenglasur getaucht und mit bunten Zuckerperlen (Streusel sehen auch super aus) bestreut

Samstag, 12. Dezember 2015

Luxus


Sonnengelbes Safrangebäck in Zeiten winterlicher und menschlicher Kälte: Das ist Luxus. Luxus, der sich um Magen und Herz schmiegt, beides wiegt und wärmt. Ich bin verliebt.

Lussekatter (Lucia- oder Lichtkatzen), auch Lussebullar (Luciabrötchen) oder Saffransbullar (Safranbrötchen) genannt, haben bald wieder Hochsaison. Am morgigen 13. Dezember nämlich, wenn in Schweden, aber auch in anderen skandinavischen Länder wie Dänemark oder Norwegen, das Luciafest begangen wird. St. Lucia ist ein sehr altes Fest, dessen Ursprünge vermutlich mit der Wintersonnenwende zu tun haben, dem kürzesten Tag des Jahres. Lucia, die Braut des Lichts, bringt die Sonne, das Licht und die Wärme wieder zu den Menschen zurück - ein Wunsch, eine Hoffnung, die bedeutsamer nicht sein könnte in der heutigen Zeit, im heurigen Jahr.


Die essentielle Zutat in den Luciabrötchen ist Safran. Die strahlend gelbe Farbe, die dieses kostbare Gewürz dem Gebäck verleiht, ist ein Symbol für die Sonne und das Licht. Aber auch die unterschiedlichen Formen der Lussekatter haben starke sinnbildliche Kraft und gehen auf eine teilweise jahrhundertealte Tradition zurück. Viele davon haben mit der heidnischen Liebes- und Frühlingsgöttin Freya zu tun, wie auch das am häufigsten gebackene Luciabrötchen, die Doppelspirale. Sie trägt den Namen Julgalt, der Weihnachtseber. Der Eber ist eines jener Tiere, die Freya zugeordnet werden. Das Symbol der Doppelspirale verdeutlicht: Etwas geht zu Ende, aber aus diesem Ende fließt wieder ein neuer Anfang.

Ich finde die Bedeutung der vielen Gesichter der Luciabrötchen sehr spannend, die Formen selbst wunderschön. Da bin ich schon erstaunt, dass es (zumindest meinen Recherchen zufolge) keine Sammlung darüber gibt, möchte sich tatsächlich kein Schwede dem schriftlichen Erhalt dieses Kulturguts annehmen? Wie dem auch sei: Ein Nachbacken empfiehlt sich dringend, das Verarbeiten des sonnengelben Teiges ist eine Freude bei jedem Wimpernschlag, bei jedem Atemzug … Diese Farbe! Dieser Duft!


Lussekatter / Julgalt

Grundlage für mein Rezept ist jenes von Katha, die es schon vor sagenhaften 8 Jahren gepostet hat. Ich habe es hinsichtlich Menge und Zubereitung etwas abgewandelt. Lussekatter schmecken natürlich ganz frisch, am besten noch warm, am besten. Sie lassen sich aber auch super einfrieren und nach Lust und Laune auftauen. Wer mag, bäckt sie dann noch ganz kurz im Rohr auf. Wer morgen keine Zeit hat: Wie wäre es mit Safrangebäck zur Wintersonnenwende am 21. Dezember?

Zutaten für 32 Stück

0,3 g Safran (3 Briefchen)
225 ml Milch
125 g Butter
500 g Universalmehl
100 g Staubzucker
1 Prise Salz
25 g Germ
1 Ei

Zum Bestreichen
1 Ei

Zum Verzieren
Rosinen

1. Die Safranfäden einige Stunden vor dem Backen in einem Teil der Milch einweichen.

2. Restliche Milch gemeinsam mit der in Stücke geschnittenen Butter in einen Topf geben und lauwarm erwärmen, Butter in der Milch weich werden lassen.

3. In einer Rührschüssel Mehl mit Zucker und Salz vermischen. Germ darüber bröckeln. Die Butter-Milch-Mischung, das Ei und die Safranmilch dazugeben.

4. Den Teig in der Küchenmaschine mit dem Knethaken gut 10 Minuten auf mittlerer Stufe kneten, bis er sich von der Schüsselwand löst.

5. Teig abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 – 1,5 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

6. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

7. Den Teig auf die unbemehlte Arbeitsfläche geben und kurz zusammenkneten. Die Teigkugel vierteln, dann jedes Viertel nochmals in 8 Teile teilen. Es entstehen 32 Stücke.

8. Jedes Teigstück ohne Mehlzugabe zu einem Strang von etwa 30 cm Länge ausrollen. Die Enden gegengleich einrollen, sodass sich ein „s“ (oder auch ein Fragezeichen) bildet, ganz nach Belieben.


9. Die Lussekatter auf den zwei Blechen verteilen. Mit zwei Geschirrtüchern abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.

10. In der Zwischenzeit das Backrohr auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

11. Das Ei in ein Häferl geben und gut verquirlen. Die Lussekatter rundherum damit einstreichen.

12. Bei jedem Lussekatt mittig in die beiden Spiralenenden jeweils eine Rosine platzieren und fest hineindrücken, damit sie beim Backen nicht heraus fallen. Einige Lussekatter habe ich aber auch ohne Rosinen gebacken, was mir auch sehr gut gefällt.

13. Lussekatter im heißen Rohr in 8 – 10 Minuten goldbraun backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


Dazu passt ganz hervorragend: Glögg, auch Schwedenpunsch genannt. Also Glühwein mit Rosinen und geschälten Mandeln. Ich liebe ihn! Er erinnert mich an meine Studentenzeit in Wien und all die glitzernden und kitschigen Christkindlmärkte quer durch die Stadt. Hach …
Gut schauen mich diese zwei Glögg-Rezepte an, einmal klassisch, einmal alkoholfrei. Skål!
Freitag, 11. Dezember 2015

Rezension: Hildegard und ich


Hildegard und ich, wir sind gute Freundinnen. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob diese Freundschaft auf beiden Seiten bestünde, würde die großartige Visionärin noch unter uns weilen. Sie selbst ist gegangen, aber sie hat uns einen riesigen Schatz an Wissen und Weisheiten hinterlassen, der viele Menschen bis heute inspiriert und stärkt.

Brigitte Friedrich, die Autorin des hübschen Büchleins Hildegard und ich, beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Ernährungslehre der Hildegard von Bingen. Ihr Werk ist eine knackige und sehr unkomplizierte Einführung in die Hildegard-Küche. Neben vielen leicht nachkochbaren Rezepten stellt die Autorin die typischen Hildegard-Nahrungsmittel wie Dinkel, Maroni, Quitten oder Flohsamen vor, Anleitungen für verschiedenste Kuren bei Befindlichkeitsstörungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungskrankheiten haben ebenfalls ihren Platz.

Was mir besonders gut gefällt

* Geballtes Hildegard-Wissen in aller Kürze. Nach dem Lesen habe ich trotzdem das Gefühl, gut in das Thema eingeführt zu sein.
* So manches Mal, wie beispielsweise bei der Quitte, liefert die Autorin neben einigen Rezepten auch eine Fülle an Rezeptideen – das macht kreativ.
* Das Buch wurde mit der freundlichen Unterstützung von Hildegard von Bingen geschrieben.

Was mir nicht so gut gefällt

* Manche Rezeptanleitungen sind knapp bemessen und gehen wenig ins Detail, außerdem sind sie ein wenig durcheinander (ein gutes Beispiel hierfür ist die Dinkelsuppe, siehe unten). Für geübte KöchInnen kein Problem, Laien würden sich vermutlich aber über mehr Infos freuen.
* Ein Rezepte-Register fehlt leider ganz.

Nachgekocht


Dinkelsuppe

Eine herzhafte, wärmende, nahrhafte Suppe, die mit frischem Brot gereicht eine sättigende Mahlzeit ergibt. Meiner ganzen Familie hat die Suppe sehr gut geschmeckt.

Zutaten für 2 Personen

5 gelbe Rüben
3 EL grob gemahlene Dinkelkörner
Bertram und Quendel
Zwiebeln
[im Buch nicht in der Zutatenliste angeführt: Petersilie, Wasser oder klare Gemüsesuppe, Salz, Pfeffer]

1. Zwiebeln, fein geriebene gelbe Rüben und Petersilie andünsten.

2. Grob gemahlene Dinkelkörner dazu geben und anrösten.

3. Mit Wasser oder klarer Gemüsesuppe ablöschen, je 1 Prise Bertram und Quendel dazu geben und kurz köcheln lassen.

4. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen.

To Cook-Liste

Polenta mit Maroni und Salbei
Flohsamen-Kekse
Quitten-Maroni-Kokosnuss-Glückscreme

Fazit: Ich mag das Büchlein und habe das gute Gefühl, die Autorin Brigitte Friedrich weiß, wovon sie spricht. Ich kann es mir daher äußerst gut in einem Hildegard-Geschenkpaket (vielleicht für Weihnachten?) vorstellen.

Hildegard und ich
von Brigitte Friedrich
Gebundene Ausgabe, 64 Seiten
feine bande gmbh, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3981785104
Preis: € 13,50

Ein herzliches Dankeschön an die feine bande gmbh, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Donnerstag, 10. Dezember 2015

Rezension: Junikas Lieblingsrezepte + Gewinnspiel!


!!! NACHTRAG vom 16.12.2015: Die kleine Glücksfee hat das Los von Katrin aus dem Topf gezogen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Katrin! Bitte teile mir per Mail deine Postadresse mit, damit ich dir deinen Gewinn zusenden kann!

Das erste Junika-Buch, Junika beginnt zu essen, hat mich voll und ganz überzeugt. Nicht, dass ich dadurch von Breikost auf BLW, also Baby Led Weaning, umgestellt hätte, das nicht. Aber ich konnte mir trotzdem viele Ideen und Anregungen holen und fand die Rezepte spannend und modern.

Das Nachfolgewerk, Junikas Lieblingsrezepte – Voller Genuss für die ganze Familie – salz- und zuckerarm kochen, beschäftigt sich nun, eh klar, mit Gerichten für schon etwas ältere Kinder, ab 18 Monaten lese ich da. Ich war sehr gespannt, was sich die beiden Autorinnen Eva Kamper-Grachegg und Manuela Christl (die kürzlich wieder Mutter geworden ist, ich gratuliere herzlich!) wieder alles ausgedacht haben.

Rezepte gibt es für folgende Gelegenheiten:

* Wir starten in den Tag
* Mahlzeit! (Das sind die Hauptgerichte)
* Unterwegs jausnen!
* Besonders feiern

Dazwischen kurz und bündig Ernährungsphilosophisches, Tipps und Wissenswertes rund um das Essen mit kleinen Rackern.

Was mir besonders gut gefällt

* Den Bildern sieht man an, dass es sich um ein Nachfolgewerk handelt. Sie schauen sehr professionell und appetitlich aus. Auch die Fotos der beiden Zwerge sind supersüß.
* Die Rezepte sind wieder sehr abwechslungsreich und inspirierend.
* Es wird viel Obst und Gemüse und viel Vollkorn verwendet.
* Viele Rezepte sind vegan, was aber gar nicht an die große Glocke gehängt wird.
* Die Autorinnen verwenden Rosinen!

Was mir nicht so gut gefällt

* Birkenzucker, Kokosblütenzucker, Reissirup. Ich mag zwar alternative Süßungsmittel gerne und verwende sie auch – aber eben genauso wie den normalen Zucker. Weil ich finde, dass man auch damit „zuckerarm“ ganz gut hinkriegt.
* Das Brausepulver-Rezept (Zitronensäurepulver, Natron, Birkenzucker und Bio-Lebensmittelfarbe) finde ich doch ein wenig schräg. Es passt irgendwie nicht ins Konzept.

Nachgekocht


Apfel-Topfencreme zum Löffeln

Grundsätzlich eine sehr gute Nachspeise, allerdings würde ich beim nächsten Mal die Haferflocken und Mandeln nicht trocken, sondern mit etwas Honig anrösten. Wie im Rezept beschrieben ist es mir ein wenig zu fad.

Zutaten für 2 Weckgläser à 125 ml

3 EL Granola (das Junika-Granola wird aus Haferflocken, Kokosöl, Kokosblütenzucker und etwas Zimt hergestellt – Haferflocken und Kokosöl werden kurz in einer heißen Pfanne durchgeröstet, dann wird gesüßt und gewürzt), oder 3 EL Haferflocken und 3 EL geriebene Mandeln) (ich: letzteres)
3 süße Äpfel (optional 1 süßer Apfel und etwa 50 g ungesüßtes Apfelmus) (ich: letzteres)
1 TL Kokosöl
125 g Topfen
1 EL Mascarpone (oder Sauerrahm) (ich: letzteres)
frisches Mark einer Vanilleschote

1. 2 Äpfel schälen, entkernen, mit wenig Wasser weich dünsten und pürieren. Apfelmus auskühlen lassen (alternativ fertiges Apfelmus verwenden, ich habe karamellisiertes Ofenapfelmus verwendet).

2. Haferflocken und Mandeln in einer Pfanne leicht anrösten und auf einem Teller auskühlen lassen (oder Junika-Granola verwenden).

3. Den dritten Apfel schälen, entkernen und in sehr feine Würfel schneiden. Mit dem Kokosöl etwas anbraten.

4. Topfen, Mascarpone und Vanille glatt rühren, dann mit dem Apfelmus vermengen.

5. In passenden Gläsern oder Schüsselchen Topfencreme, Apfelwürfel und Granola aufschichten, wobei mit Granola abgeschlossen wird.


Bohnen-Mais-Burger aus dem Ofen: Die Kombination aus Bohnen, Mais und Quinoa für die Patties hat mich extrem angelacht. Allerdings … Nein, da werden wir keine Freunde. Aus dem Ofen, so ganz fettlos, sind Burgerlaibchen einfach nur trocken und fad.

To Cook-Liste

Kokosbrot
Cremige Dinkelpfanne mit Avocado und Heidelbeeren
Kraftkekse
Grüne Fleischbällchen aus dem Ofen (aber vermutlich nicht aus dem Ofen)
Haselnusscreme-Schnecken

Fazit: Mit Junikas Lieblingsrezepte ist den Autorinnen abermals ein schönes Kochbuch gelungen. Die Zutatenlisten sind übersichtlich, die Anleitungen knapp, aber ausreichend. Trotzdem hat mich Junika beginnt zu essen mehr überzeugt.

Junikas Lieblingsrezepte – Voller Genuss für die ganze Familie – salz- und zuckerarm kochen
von Eva Kamper-Grachegg und Manuela Christl
Gebundene Ausgabe, 112 Seiten
Ueberreuter Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3800076345
Preis: € 19,99

Ein herzliches Dankeschön an den Ueberreuter Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Und weil mit der Ueberreuter Verlag aus Versehen nicht nur eines, sondern gleich zwei Exemplare geschickt hat, darf ich an dieser Stelle eines verlosen. Wer also vielleicht noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, der hinterlässt unter diesem Post einen Kommentar bis zum 15.12.2015. Dann sollte das Buch noch rechtzeitig beim Gewinner sein. Das Minimädel höchstpersönlich wird die Verlosung vornehmen. Viel Glück!
Mittwoch, 9. Dezember 2015

Matcha ist ja so 2014


Oder 2013? Na, ist ja ganz egal. Von gestern halt. Der neue Stern am Superfood-Himmel, das ist Kurkuma. Strahlend gelb und so was von gesund. Es gilt als verdauungsfördernd, energiespendend, krebshemmend, antioxidativ und entzündungshemmend. Unter anderem. Kein Wunder, dass das allseits bekannte Gewürz aus der indischen (dort wird Kurkuma seit 4000 Jahren verwendet!) und südostasiatischen Küche grade gehypt wird auf Teufel komm raus. Kein Kochbuch, kein Blog aus der Kategorie Vollwertküche 2.0 kommt derzeit ohne aus.

Nun bin ich ja kein vehementer Verfechter dieses Trends, einzelnen Komponenten unserer Ernährung allzu starke gesundheitliche Kräfte zuzusprechen. Ich halte es da lieber mit dem großen Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Gerade bei Kurkuma aber lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn seine Anwendung als Heilmittel ist in der indischen und traditionellen chinesischen Medizin tief verwurzelt.

Der aktive Bestandteil in Kurkuma ist das Curcumin – es ist für die strahlend gelbe Farbe und die beeindruckend lange Liste an positiven Eigenschaften verantwortlich. Seine Bioverfügbarkeit ist grundsätzlich eher gering, sie kann jedoch Studien zufolge durch die Kombination mit dem Wirkstoff Piperin, der in schwarzem Pfeffer enthalten ist, um drastische 2000 % gesteigert werden. Echt jetzt? Das Ganze ist wohl tatsächlich mehr als die Summe seiner Teile!


Kurkuma-Milch / Golden Milk

Kurkuma-Milch, auch Golden Milk genannt, ist ein traditionelles Rezept aus dem Ayurveda, der jahrtausendealten indischen Naturheilkunde. Diese empfiehlt, bei Kälte auf wärmende Nahrungsmittel zurückzugreifen. Zum Beispiel auf Kurkuma und andere Gewürze wie Zimt, Ingwer und Kardamom. Ein warmes Milchgetränk daraus wirkt entspannend und wohltuend und schmeckt darüber hinaus wirklich gut. Kurkuma hat einen warmen, leicht würzigen und erdigen Geschmack, der gut zu einer leichten Süße passt. Kurkuma-Milch am Abend macht mich bettschwer und zufrieden und ist eine feine Abwechslung zur einfachen Honigmilch, wie ich sie kenne und liebe.

Zutaten für 2 Tassen

500 ml Hafermilch oder andere Pflanzenmilch nach Geschmack (Kurkuma-Milch schmeckt aber auch mit Kuhmilch sehr gut)
½ TL Kurkuma, gemahlen
1 Prise Zimt, gemahlen
1 Prise Kardamom, gemahlen
1 Prise Ingwer, gemahlen
1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 EL Kokosöl
1 – 2 EL Honig (oder ein anderes Süßungsmittel nach Geschmack wie beispielsweise Ahornsirup oder Agavendicksaft)
1 Messerspitze Vanillepulver

1. Alles miteinander in einem Topf verrühren und bei mittlerer Hitze einige Minuten lang erwärmen.

2. Dabei gut rühren, damit sich das Kokosöl homogen im Getränk verteilt.

3. Noch heiß genießen.


Tipps:

* Wer mag, bestreut seine Kurkuma-Milch noch mit Zimtpulver.

* Das Kokosöl macht die Milch noch sämiger und molliger. Man kann es aber auch weglassen, wenn man es nicht mag oder zur Verfügung hat. Mir schmecken beide Varianten.
Nachtrag Dezember 2016: Mittlerweile bereite ich meine Golden Milk nur noch ohne Kokosöl zu. Der Grund ist jener, dass das Kokosöl beim Abkühlen der Milch aushärtet und sich an der Oberfläche absetzt. Das ist für jemanden, der mitunter auch etwas länger an seiner Milch nippt, dann beim Trinken doch etwas unangenehm.

* Kurkuma-Milch lässt sich auch im Sommer eiskalt genießen. Dazu die Milch wie beschrieben zubereiten, abkühlen lassen und mit gefrorenen Bananenstücken kurz durchmixen. Während des Abkühlens setzt sich das Kokosöl als feiner Film an der Oberfläche ab. Durch das Mixen wird es jedoch wieder gleichmäßig im Getränk verteilt.

* Weitere Kurkuma-Trendgetränke sind Tee (beispielsweise hier oder hier) und Limonade (zum Beispiel hier). Interessant finde ich auch die Idee, gelbe Säfte / Smoothies (aus Orange, Karotte, Mango, Marille, …) mit einer Prise Kurkuma aufzuwerten.


Dies ist mein Beitrag zur Dezember-Rettung, bei der wir uns den winterlichen Heißgetränken angenommen haben.

Was es sonst noch alles gibt?
Und auch bei mir gibt es noch das eine oder andere Wintergetränk zu verkosten:

   

   
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