Sonntag, 29. Juni 2014

Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein


Gesund essen?
Das essen, was mir schmeckt.
Was mir schmeckt, macht mich glücklich.
Und glücklich sein ist gesund.

Ein kleines Rezept zum Wochenende.

Hollerblütenknusperzucker

Zutaten

abgezupfte Hollerblüten von etwa 20 großen Hollerblütendolden (möglichst viel von den grünen Stängeln sollte entfernt sein, das geht am besten, indem man die Blüten vorsichtig, aber bestimmt von den Dolden streift)
100 g kristalliner Rohrzucker

1. Die Hollerblüten mit der Hälfte des Zuckers in einer Küchenmaschine oder elektrischen Kaffeemühle zu einer feinen, feuchten Masse häckseln. Mit dem restlichen Zucker vermischen.

2. Die Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten und bei 50 °C im Rohr mindestens 2 Stunden trocknen, bis streuselartige Klümpchen entstehen und sich die Masse bräunlich färbt. Zwischendurch immer wieder vorsichtig durchmischen. Der Zucker soll außen knusprig, kann innen aber noch etwas weich sein.

3. Das Rohr ausschalten, einen Kochlöffel in der Ofentür einzwicken und den Hollerzucker über Nacht im Ofen auskühlen lassen.


Nach einem Rezept von Katharina Seiser, erschienen im Servus Gute Küche-Magazin.

Naturjoghurt mit Zucker – eine Lieblingsspeise meines Minimädels zurzeit. Sie liebt ihr Joghurt mit Traubenzucker, meine Varianten sind raffinierter: Mit Hollerblütenzucker, Dirndlzucker oder dem Minzzucker von meiner Schwester. Interessant stelle ich mir auch den Fichtenwipferl-Sauerklee-Zucker von Friederike im Joghurt vor. Mmh…

Donnerstag, 26. Juni 2014

Aufblühen, in echt


Ja, Brennnesseln blühen. In echt! Die Blütenstände kennt wohl jeder, flüchtig, vom Vorbeigehen, aber kaum einem fallen sie so richtig auf. Und kaum einer kommt auf die Idee, die blühenden Brennnesseln in Zuckerwasser anzusetzen und einen Sirup daraus zu machen. Einen Sirup, der wunderbar anders schmeckt und auch so aussieht: Rosa nämlich. Ja! In echt!

Durch Zufall bin ich drauf gekommen, vergangenen Sommer. Da strömte der erste Brennnesselsirup meines Wildkräuterlebens völlig überraschend in einem wunderhübschen Rosa in die Bügelflaschen. Ein richtiger Mädel-Sirup - ich war entzückt und bin es heute noch.

Und ich habe auch eine Vermutung, woher das Rosa kommt: Von den rötlich gefärbten Stängeln der Großen Brennnessel. Und diese wiederum könnten mit dem hohen Eisengehalt der Pflanze zu tun haben. Aber sicher weiß ich es nicht. Hm. Das wäre eine Frage für Wolf-Dieter Storl gewesen, den bekannten und markanten Ethnobotaniker aus dem Allgäu …


Wolf-Dieter Storl war vergangenen Freitag bei Sonnentor in Sprögnitz zu Gast, ebenso wie ich. Genauso unverhofft wie der rosarote Mädel-Sirup ist mir nämlich seine Kräuterwanderung in den Schoß gefallen, Blog sei Dank. An dieser Stelle: Danke, liebes Sonnentor-Team, für die Einladung. Und vielen Dank, Katha, für deine Empfehlung. Die Zeit mit Wolf-Dieter Storl war beeindruckend, inspirierend, ursprünglich. Aber leider viel zu kurz.


Die Brennnessel sei eine seiner Lieblingspflanzen, erzählte er, sie hole uns auf den Boden zurück, wenn wir Gefahr laufen, abzuheben, sie mache uns wach, bringe uns unmittelbar und mit großer Kraft ins Hier und Jetzt.

Wolf-Dieter Storl ist der Meinung, Pflanzen kommen zu genau jenen Menschen, die sie brauchen. Dann schleichen sie sich in Träume, machen auf sich aufmerksam, drängen sich förmlich auf. Vor einigen Jahren kam die Brennnessel zu mir und ich überlege nun, weshalb. Bestimmt will sie mir helfen, wobei auch immer. Vielleicht kam sie aber auch nur deshalb, um mir meinen Traum von einem eigenen Buch zu erfüllen?


Brennnesselsirup

Ab Juni blühen die Brennnesseln – jetzt ist es Zeit, den Sirup anzusetzen.

Zutaten für etwa 2 Liter Sirup

1 Liter Wasser
2 kg Zucker
15 Triebe der blühenden Großen Brennnessel (die obersten 25 cm der Pflanze)
1 unbehandelte Zitrone, in dünne Scheiben geschnitten
15 g Zitronensäure

1. In einem großen Topf Wasser mit Zucker erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann abkühlen lassen.

2. Brennnesseltriebe, Zitronenscheiben und Zitronensäure zum Zuckerwasser geben und gut vermischen.

3. Den Deckel auf den Topf geben und den Sirup drei Tage lang ziehen lassen, dabei hin und wieder umrühren.

4. Sirup durch ein feines Sieb gießen, in saubere Flaschen abfüllen und gut verschließen.


P.S.: In echt ist übrigens gerade die Lieblings-Redewendung vom Minimädel. Sie kommt derzeit beim kleinsten Anflug von mütterlichem Zweifel zum Einsatz, ganz egal, worum es geht. Niedlich ist das.

P.P.S.: Turbohausfrau, wo warst du? Sag nicht, du warst da und ich hab‘s nicht gecheckt.
Mittwoch, 18. Juni 2014

Der Sunnwendhansl und der Strauß des Monats


Bald ist Sommersonnenwende: Länger ist kein Tag, kürzer keine Nacht. Eine schöne, geheimnisvolle Zeit ist das und viel zu tun gibt es außerdem:

* Sonnwendbusch’n für sich, Familie und Freunde binden und mit lieben Worten verschenken.

* Johanniskrautöl ansetzen – Johanniskräuter sollen an den Tagen zwischen der Sonnenwende am 21. Juni und dem Johannistag am 24. Juni besonders heilkräftig sein!

* Einen Strauß aus Sunnwendhansl und Waldglockenblume ins Haus holen. Der Sunnwendhansl, also der Waldgeißbart, blüht um die Zeit der Sonnenwende wunderschön, mit weißen, ährigen Rispen, die an Flammen erinnern. So dekorativ! Die abgetrocknete Blüte sieht übrigens dann aus, als wäre sie verkohlt: 


* Am Wochenende ein Sonnwendfeuer anschauen, dabei

* den alten Sonnwendbusch’n ins Feuer werfen und damit das vergangene Jahr hinter sich lassen.

* Johannisbeeren ernten, rot und schwarz, für Marmelade, Gelee und Saft.


Eine schöne Zeit wünsch ich Euch!
Montag, 16. Juni 2014

Einbildung ist auch eine Bildung


Vor etwas mehr als zwei Monaten habe ich euch von meiner Schlehdornblütenernte berichtet, vom Schlehdornblütenlikör, den ich angesetzt habe und vom Schlehdorn-Frucht- und Blüten-Tiramisu (was für ein Wort), das ich damit nachzaubern wollte. Der Likör, der ist jetzt fertig.

Ich holte also das Schlehdornmus vom letzten Herbst (zubereitet nach diesem Rezept) aus dem Tiefkühler und während es langsam aus seinem Winterschlaf erwachte, setzte ich mich zum Schnaps, der ja vorab noch verkostet werden wollte. Hm. Der Schlehdornblütenlikör schmeckt süß, scharf, fruchtig. Gut, durchaus. Aber die blumigen und bittermandeligen Aromen, die ich mir erhofft hatte, die fehlen. Oder sind sie doch da? Unterschwellig, ganz dezent im Hintergrund, nur ein klitzekleines Bisschen?

Ich bilde mir das jetzt einfach ein und trinke mir meinen Schnaps schön. Prost!


Schlehdorn-Tiramisu mit Schwips

Wie es bei Frauen so üblich ist (hey, bei Männern aber auch, nur der Vollständigkeit halber): I changed my mind. Das Tiramisu ist doch deutlich anders geworden als im Kochbuch geschrieben steht. Zum einen habe ich es in Gläser geschichtet, weil ich bei neuen Tiramisu-Rezepten immer ein wenig Angst habe, dass sich das Ergebnis nicht schön portionieren lässt. Zum anderen habe ich Vollkornbiskotten verwendet, weil ich finde, dass Vollkorn und Schlehdorn, beide bodenständig, beide kräftig im Geschmack, gut zueinander passen. Und die knackigen Schokostückchen, die machen die feine, fruchtige Creme erst so richtig spannend.
Wer es superperfekt haben möchte, der macht ein Jahresprojekt aus diesem Dessert: Der setzt im Frühjahr seinen Schnaps an, friert im Herbst das Schlehenmus ein und serviert das Tiramisu dann im nächsten Frühjahr mit frischen, duftigen Schlehdornblüten dekoriert. Wär das nicht was?

Zutaten für 4 – 6 Portionen

Für die Vollkornbiskotten (die Masse ergibt mehr Biskotten als für das Tiramisu nötig sind)
3 Dotter
20 g Staubzucker
2 Eiklar
1 Prise Salz
40 g Kristallzucker
60 g Vollkornmehl
Staubzucker zum Bestreuen

Für die Creme
250 g Topfen
250 g Mascarpone
Schlehenblüten-Likör nach Geschmack
100 g Zucker


Außerdem
100 g Edelbitterschokolade

1. Zuerst werden die Biskotten gebacken: Das Backrohr auf 180 °C vorheizen.

2. Dotter mit Staubzucker dickschaumig aufschlagen. In einer separaten Schüssel Eiklar mit Salz steif schlagen, nach und nach den Kristallzucker einarbeiten, bis der Schnee fest ist und stabile Spitzen bildet. Den Eischnee abwechselnd mit dem Vollkornmehl sehr vorsichtig unter die Dottermasse heben und dabei darauf achten, dass nicht zu viel Luft entweicht.

3. Die Biskottenmasse in einen Spritzbeutel mit glatter, runder Tülle füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech Biskotten aufdressieren. Dabei die Biskotten eher kleiner halten, da sie beim Backen dann eh aufgehen und an Größe gewinnen.

4. Die Biskotten großzügig mit Staubzucker bestäuben, kurz warten und nochmals mit Staubzucker bestäuben. Dann sofort ab in den Ofen damit.

5. Die Biskotten 10 – 12 Minuten backen.

6. Die Biskotten aus dem Ofen nehmen, kurz überkühlen lassen, vom Blech nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Die Biskotten werden übrigens nicht so trocken und fest wie die gekauften, sie bleiben eher weich. Wer möchte, kann probieren, die Biskotten nach dem Auskühlen bei ca. 150 °C für einige Minuten zu Bähen, damit sie trockener (und damit vermutlich auch länger haltbar, wenn man sie auf Vorrat backen möchte) werden.

7. Die Zutaten für die Creme vermischen, dabei Zucker und Likör nach Geschmack zugeben.

8. Die Schokolade fein hacken.

9. Die Creme abwechselnd mit Biskotten und Schokoladestückchen in Gläser schichten. Mit Creme und Schokolade abschließen. Das Dessert für mindestens eine Stunde kalt stellen.



Nach einem Rezept aus dem Buch Zauberhafte Blütenküche von Elisabeth Mayer, erschienen im Bucher Verlag.
Die Biskotten habe ich, ganz leicht abgewandelt, nach einem Rezept aus dem Buch Österreich vegetarisch von Katharina Seiser und Meinrad Neunkirchner, erschienen im Christian Brandstätter Verlag, gebacken, statt glattem Mehl habe ich Vollkornmehl verwendet.
Freitag, 13. Juni 2014

Zur Feier des Tages …


… hat Rosine für König Nesselbart ein feines Gericht gekocht: Brennnessel-Ravioli. Diese Speise hat sie sich ziemlich frech im Mühltalhof in Neufelden abgeguckt und daheim in ihrer Schlossküche nachzukochen versucht. Dem König hat’s geschmeckt. Mir übrigens auch.


Brennnessel-Ravioli

Zutaten für 4 Personen

Für den Nudelteig
300 g Hartweizengrieß
3 Eier
2 EL Olivenöl
1 Prise Salz

Für die Füllung
1 große Schüssel junge Brennnesselblätter
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl
1/8 l klare Gemüsesuppe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

1 Eiklar zum Bestreichen

Zum Anrichten und Dekorieren
Bärlauchöl (eine Handvoll Bärlauchblätter mit einigen Esslöffeln Olivenöl fein pürieren, dann das Püree mit weiteren 150 ml Olivenöl vermischen, über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, am nächsten Tag durch ein Sieb gießen)
2 EL ungeschälte Hanfsamen
Taubnesselblüten
einige frische und junge Brennnesselspitzen, in wenig Olivenöl frittiert und leicht gesalzen

1. Die Zutaten für den Nudelteig gut verkneten, den Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank mindestens 1 Stunde rasten lassen.

2. Für die Füllung die Brennnesselblätter in feine Streifen schneiden (Handschuhe sind dabei von Vorteil!).

3. Zwiebel und Knoblauch sehr fein hacken und in Olivenöl anschwitzen. Die Brennnesselblätter dazugeben und mitdünsten, bis sie zusammenfallen. Mit Suppe aufgießen und etwa 5 Minuten köcheln lassen bzw. bis die Flüssigkeit zum großen Teil verdampft ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in zwei Teile teilen. Die Arbeitsfläche mit Hartweizengrieß bestreuen und den Teig darauf länglich (etwa 20 cm breit) und so dünn wie möglich ausrollen (0,5 – 1 mm).

5. Auf eine Hälfte des ausgerollten Teiges mit etwas Abstand zueinander je 1 Teelöffel Füllung auf den Teig geben, rund um die Füllung mit einem Backpinsel Eiklar aufstreichen und dann die zweite Hälfte des Teiges darüberklappen.

6. Den Teig rund um die Füllung gut andrücken, dabei darauf achten, dass möglichst wenig Luft in der Füllung eingeschlossen ist.

7. Mit einem runden Ausstecher (6 cm Durchmesser, ein gewellter Rand wäre super!) die Ravioli ausstechen und auf ein mit wenig Hartweizengrieß bestreutes Blech legen.

8. Den restlichen Teig und die restliche Füllung ebenso verarbeiten.

9. Einen großen Topf mit Wasser aufkochen, das Wasser salzen.

10. Die Ravioli im Salzwasser etwa 5 Minuten köcheln lassen.

11. In der Zwischenzeit in einer Pfanne etwas Bärlauchöl leicht erwärmen und die Hanfsamen darin „anknuspern“.

12. Die Ravioli aus dem Salzwasser heben, gut abtropfen lassen und im Bärlauchöl schwenken. Leicht salzen und auf Tellern anrichten.

13. Mit Taubnesselblüten bestreuen und mit frittierten und gesalzenen Brennnesselblättern (auf dem Bild sind sie nicht frittiert, ich weiß, aber ihr, tut es!) garnieren.

Mittwoch, 11. Juni 2014

König Nesselbart – Das Buch


Wie ist es denn eigentlich, ganz unverhofft einen Wettbewerb für JungautorInnen zu gewinnen, seiner Geschichte dabei zusehen zu dürfen, wie sie professionell illustriert und publiziert wird, einen Autorenvertrag zu unterzeichnen, einen Preis auf einer Bühne mit Großleinwand überreicht zu bekommen? Was passiert auf einer Buchpräsentation und wie fühlt es sich an, von fremden Menschen gebeten zu werden, das eigene Buch zu signieren?

Wow. Das alles weiß ich jetzt. Und irgendwie ist es noch immer ziemlich unfassbar.

Die Geschichte von König Nesselbart begann vor einigen Jahren. Damals war ich – Jungmami und mitten in der Ausbildung zur Kräuterpädagogin am lfi – auf der Suche nach einem Thema für mein Abschlussprojekt. Ich wusste, ich wollte etwas schreiben. Eine Geschichte für Kinder, ein Märchen vielleicht. Gemeinsam mit meiner Schwester Sabine brainstormte ich ziemlich lässig durch die Gegend – und da war er plötzlich: König Nesselbart. Nach und nach entstand die Geschichte um eine echt zwiderne Wurz’n, die keiner so recht leiden kann. Aber, soviel sei verraten, am Ende wird alles gut, wie fast immer im Märchen und wie so oft auch im richtigen Leben.


Anfang des vergangenen Jahres begegneten wir dann dem Projekt lesen lieben lernen der St.Nikolaus-Kindertagesheimstiftung in Wien. Ein Projekt, dessen Ziel es ist, Kindern gute und lesenswerte Bücher zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig JungautorInnen und JungillustratorInnen zu fördern. Kurzerhand reichten wir das Manuskript ein und naja, der Rest ist Geschichte, im wahrsten Sinn des Wortes.


Für die Illustration wurde im Rahmen der Sprungbrettwoche in Renate Habingers Schneiderhäusl die Salzburgerin Karoline Neubauer ausgewählt, die unserem König Nesselbart mit einer sehr spannenden Mischung aus Fotografie und Collagetechnik so richtig Leben eingehaucht hat.

Vor einigen Wochen schließlich die Verleihung des Friedl Hofbauer-Preises 2013 (Laudator und Autor Georg Bydlinski raunte uns beim Foto-Shooting einen Schüttelreim der leider dieses Jahr verstorbenen Friedl Hofbauer zu, um uns zum Lachen zu bringen: Speib’ leise deine Leibspeise) und die (aus meiner Sicht) gar nicht so kleine und außerdem sehr feine Buchpräsentation im Botanischen Garten in Wien.


Und jetzt? Jetzt halte ich unser Buch in Händen, könnte Freudentränen weinen, weil ich wirklich glücklich bin mit dem, was aus der Geschichte wurde und vor allem, weil ich sehr, sehr dankbar bin.

Danken möchte ich an dieser Stelle besonders Gabriele Zwick und Elmar Walter von der St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung in Wien sowie Inge Cevela und Katrin Feiner vom Tyrolia-Verlag, die uns im vergangenen Jahr bestens betreut und aus dem Projekt ein großartiges Buch gemacht haben.

Danke auch dir, liebe Sabine, für deine grandiose Idee und die vielen gemeinsamen Stunden, die wir durch unser Schwesternprojekt genossen haben.

Und natürlich möchte ich auch euch danken, meinen treuen Blog-LeserInnen. Ohne euch wär’s hier ziemlich einsam. So einsam vermutlich, wie es auch für König Nesselbart war, bevor …

ICH DANKE EUCH ALLEN FÜRS KAUFEN, VORLESEN, WEITERSCHENKEN, WEITERSAGEN, …

Und Details zum Buch, die findet ihr hier.


Illustrationen: Karoline Neubauer, aus: König Nesselbart.
Fotos: St. Nikolausstiftung / Knittel.
Montag, 9. Juni 2014

Neustart


Wo starte ich neu, nach dieser doch etwas längeren, durch so manche energiefressende, aber auch sehr viele schöne und spannende Umstände (wie etwa die baldige Erscheinung des König Nesselbart – davon demnächst mehr) bedingten Blogging-Pause?

Vielleicht bei einem kurzen, komplett unvollständigen, dafür nicht nur kulinarischen Rückblick auf die vergangenen sechs Wochen:

Ich habe
* dem Frühling beim Explodieren zugesehen
* dabei kurzzeitig Superstress entwickelt, weil es einfach zu viele interessante Wildkräuter gibt
* mich mit Frozen Yogurt beschäftigt (ja, genau, mir gefällt das)
* mehr als ein Brennnessel-Rezept probegekocht
* die erste Charlotte meines Lebens gebacken (die mit den dekorativen Biskuitrouladen-Scheiben rund um eine Kuppel aus feiner Erdbeer-Joghurt-Creme) und dafür viele Komplimente geerntet
* eine Reise ins Erdbeerland unternommen und
* daheim gleich frische Erdbeermilch gemacht, das erste, was man mit Erdbeerland-Erdbeeren einfach tun muss, und
* bis tief in die Nacht hinein ganz schnörkelfreie Erdbeermarmelade eingekocht, diesmal sogar ohne dem sonst obligatorischen Finger-Verbrennen und Die-ganze-Nacht-nicht-schlafen-Können
* meinem Pferd Phoenix, dem alten Kindskopf, zum 20er gratuliert, aber auch
* seiner Mutter, unserer 24-jährigen Fuchsstute, Lebewohl sagen müssen
* unsere Wohnung regelmäßig mit No-Budget-Wiesenblumensträußen dekoriert
* viel zu viele neue Kochbücher gekauft
* im Tian in Wien die vegetarische Küche von ihrer extrem extravaganten Seite kennengelernt (jedes Teller ein Kunstwerk, bei jedem Teller eine anfängliche Hemmung, mit dem Essen zu beginnen)
* im Mühltalhof in Neufelden eine immer wieder begeisternde Mischung aus Bodenständigkeit und Kreativität genossen
* das erste Hühnerfrikassee meines Lebens gekocht, das eigentlich ein Hahnenfrikassee war, von einem Junghahn vom Hof meines Bruders nämlich
* dem besten Bordercollie ever, Ace, zum dritten Agility-WM-Start in Folge gratuliert, diesmal geht’s im September nach Luxemburg (seinem Herrchen hab ich natürlich auch gratuliert, eh klar)
* mich außerdem über die erste Handvoll Maikirschen gefreut.

Und viel gesammelt, gekocht und ausprobiert:


Gundelrebe-Eis

Die Gundelrebe ist ein zähes Kraut, das den Winter gut übersteht und zeitig im Frühjahr wieder austreibt. Ihre Blätter schmecken minzartig und sehr aromatisch. Dieses einfache Rezept ist schnell gemacht, kommt ohne Eismaschine aus und ist doch etwas ganz Besonderes.

Zutaten für 4 Portionen

1 Banane
1 Orange
1 Apfel
½ Zitrone
300 g Schlagobers
1 Handvoll Gundelrebeblättchen
Honig nach Geschmack
Für die Dekoration: einige kleine Gundelrebeblättchen, etwas Edelbitterschokolade, Gundelrebeblüten

1. Banane und Apfel schälen und in Stücke schneiden.

2. Zitrone und Orange auspressen.

3. Bananen- und Apfelstücke mit Zitronen- und Orangensaft sowie den Gundelrebeblättchen in einem Mixer pürieren. Falls nötig, etwas Obers dazugeben.

4. Das restliche Schlagobers steif schlagen und unter das Püree heben.

5. Nach Geschmack mit Honig süßen.

6. Die Eismasse etwa 1 cm dick in einer flachen Form oder auf einem kleinen Backblech verstreichen und für mindestens vier Stunden einfrieren.

7. Für die Dekoration ein klein wenig Schokolade schmelzen und einige schöne Gundelrebeblättchen damit überziehen (geht gut mit einem kleinen Backpinsel oder auch mit den Fingern). Trocknen lassen.

8. Etwa 10 Minuten vor dem Servieren das Eis dem Gefrierschrank nehmen. In unregelmäßige Stücke oder Dreiecke schneiden und auf Tellern anrichten. Mit grünen und schokolierten Gundelrebeblättchen sowie mit Gundelrebeblüten dekorieren.


Rezept nach Klemme / Holterman und Hauser.

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