Sonntag, 17. September 2017

Ich glaub, das ist jetzt Werbung


Grundsätzlich bin ich angesichts der Realität, in der sich Bloggen heute im Normalfall abspielt, schon ein wenig stolz darauf, ein ad free blog zu sein. Kooperationsanfragen lehne ich ab, fast schon kategorisch. Als da aber vor kurzem die Einladung zur Linzer Schmankerltour im virtuellen Briefkasten lag, na, ich muss zugeben, da hab ich überlegt. Zum einen lockte da ein freier Nachmittag, nur für mich allein. Zum anderen wird die Tour von Bianca Gusenbauer veranstaltet, einer besonders umtriebigen Bloggerkollegin und Food Entertainerin (jaha!), die – so klein ist die Welt! – aus meinem Nachbarort stammt und die ich schon von der Schule her kenne. Wieder muss ich zugeben: Ich hab nicht lang überlegt. Eigentlich hab ich mir den Termin so ziemlich sofort im Kalender notiert, meinem Mann Bescheid gegeben und meine Zusage abgeschickt. Gute Gelegenheiten gehören beim Schopf gepackt!



So traf ich also vorgestern überpünktlich und zeitgleich mit Bianca am Südbahnhofmarkt in Linz ein. Wir hatten uns beim Gänselieslbrunnen verabredet und wärmten vergnügt die alten Zeiten auf. Ein schönes Wiedersehen! 15 Minuten später warens aber immer noch nur wir zwei und ich war einigermaßen verblüfft: Das Bloggervolk, ein so unzuverlässiges? Ich finde, es gehört sich nicht (und ist unhöflich und respektlos obendrein), eine Einladung anzunehmen und dann – sogar ohne Absage! – nicht zu erscheinen.

Da hatte ich sie also: Meine Exklusivtour zu Biancas Linzer Genuss-Hotspots. Das fand ich ja dann auch wieder nicht so schlecht. Bianca erklärte mir kurz die Idee hinter dem Schmankerl- bzw. Sinnestour-Konzept, das in Wien schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich läuft und nun auch in Linz angeboten werden soll: Es geht dabei vor allem um das Schärfen und Schulen der Sinne durch das Verkosten hochwertiger Produkte, man erhält Einblicke in die Welt der Sensorik, lernt engagierte Produzenten kennen, wandert mit Gleichgesinnten gemütlich durch die Stadt. Nur eines ist die Schmankerltour nicht: Ein Shoppingmarsch, bei dem man sich verpflichtet fühlen muss, bei den Herstellern einzukaufen. Es steht alles unter dem Leitsatz: Entspannen und Genießen. Eine großartige Idee!


Unsere Tour startete also am Südbahnhofmarkt bei Andreas Hartl, wo wir herrliches Bio-Rillettes vom Mangalitzaschwein verkosten durften. Danach begeisterten wir uns kurz an der ungewöhnlichen Konsistenz von Sesam-Mochis und schon ging es Richtung Innenstadt. Nächster Halt: Der Wirt am Graben, wo Bianca auch Kochkurse zu den unterschiedlichsten Themen abhält und wo sich etwas verspätet auch Melanie zu uns gesellte. Wir waren nun zu dritt und stärkten uns mit Pedacola (groooße Liebe) und einem meiner Lieblingsgerichte, den Leinölerdäpfeln – ein Renner hier im Lokal. Wie kann etwas so Einfaches nur so köstlich und wohltuend sein?



In der Altstadt wartete im Anschluss schon die wunderbare Madame Wu auf uns mit einer Auswahl an Grüntee Cold Brew. Wir nippten an Gunpowder, Oolong und Genmaicha und erfuhren sehr viel über die Herstellungsweisen, die Unterschiede zwischen japanischem und chinesischem Grüntee und die richtige Zubereitungstechnik. Madame Wu ist es ein großes Anliegen, zu einer lebendigen Teekultur hier in Österreich beizutragen und vermittelt mit großer Leidenschaft die Basis dafür: das Wissen rund um den Tee. So freuten wir uns schließlich noch an der Darbietung einer chinesischem Teezeremonie mit Milky Oolong und dem Silver Needle, einem ganz feinen und herausragenden Weißen Tee. Wir waren ganz geflasht, als wir den Teesalon verließen …


Zur letzten Station war es dann nicht mehr weit: In der Bäckerei brotsüchtig toben sich zwei junge Männer aus und stellen ganz großartiges Brot und Gebäck nach alter Handwerkskunst her – unter anderem ihr grandios schmeckendes Keimo, das ausschließlich aus gekeimten Dinkelkörnern, Wasser und Gewürzen besteht.


Was habe ich diesen genussvollen Nachmittag genossen! Bianca ist eine sehr lebendige und motivierte Erzählerin mit großem Wissen und ehrlichem Interesse an ihrem Gegenüber. Eine Entertainerin eben! Danke Bianca, dass ich dich auf dieser Schmankerltour begleiten durfte, die ich hiermit uneingeschränkt, wärmstens und mit bestem Gewissen empfehle – auch, wenn das jetzt Werbung ist.
Dienstag, 12. September 2017

Nachschlag


Ich weiß nicht warum, aber einen Tag, nachdem ich meine Gedanken über Familie, Fremdbestimmtheit und (Un-)Freiheit online gestellt hatte, bekam ich Lust, im Buch LOVE kitchen von Eschi Fiege zu blättern. Es gab keinen Anlass, keinen konkreten Grund. Eigentlich war es purer Zufall. Und doch war das, was ich fand (was mich fand?) so treffend, so rührend und tröstlich, dass es im Grunde kein solcher mehr sein kann. Ich las:

Die wirklich wichtige Art von Freiheit erfordert Aufmerksamkeit und Offenheit und Disziplin und Mühe und die Empathie, andere Menschen wirklich ernst zu nehmen und Opfer für sie zu bringen, wieder und wieder, auf unendlich verschiedene Weisen, völlig unsexy, Tag für Tag.
Das ist wahre Freiheit.

Aus: David Foster Wallace; Das hier ist Wasser / This Is Water.


Marinierter Mozzarella mit Crème fraîche und Zitrone nach Jamie Oliver

Der Mozzarella hat sich fein gemacht: Mariniert mit Crème fraîche, Zitrone und Kräutern kann ich ihm nur schwer widerstehen – und nehme gerne Nachschlag. Eine liebe Freundin von mir serviert ihn oft zum Sonntagsbrunch und bestreut ihn zusätzlich noch mit reichlich klein gewürfeltem Gemüse wie buntem Paprika oder Gurken.

Zutaten für 4 Portionen

4 Kugeln Mozzarella
150 g Crème fraîche
Meersalz
schwarzer Pfeffer
1 unbehandelte Zitrone
1 Handvoll frische Kräuter, z. B. Minze oder Basilikum
2 frische Chilischoten
4 EL Olivenöl

1. Die Mozzarellakugeln aus der Verpackung nehmen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. In Scheiben schneiden und auf einem großen Teller anrichten.

2. Crème fraîche glattrühren und den Mozzarella damit bestreichen.

3. Mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Die Zitrone waschen und trocken tupfen, die Schale mit einem Zestenreißer in dünnen Streifen abziehen, den Saft auspressen.

5. Zitronenzesten über den Mozzarella streuen und Zitronensaft darüber träufeln.

6. Kräuter von den Stängeln zupfen, nach Belieben noch grob zerteilen und darüber streuen.

7. Die Chilischoten halbieren, entkernen, fein schneiden und darüber streuen.

8. Olivenöl darüber träufeln.

Dazu passt frisches Weißbrot oder geröstetes Brot.


Das Rezept stammt aus dem Buch Genial kochen mit Jamie Oliver, erschienen bei Dorling Kindersley.

Mittwoch, 6. September 2017

Oben angekommen


Das letzte Stück führt der Weg steil bergauf. Der Kinderwagen mit dem schlafenden Käferlein holpert über die Steine. Ich spüre das Minimädel hinter mir, es hält sich an einem Zipfel meiner Jacke fest und folgt mir lautlos. Rechts von mir springt Border Collie Chi von einer Pfote auf die andere und fordert mich, aufdringlich wie immer, mit einem Tannenzapfen zwischen den Zähnen zum Spiel. Mein Herzschlag wird schneller, die Oberarme beginnen zu brennen. Gleich geschafft.

Da streift mich ein Geistesblitz und ich denke: So ist es gerade, mein Leben, genau so. Ich schiebe und ziehe, oft außer Atem. Um mich herum so viele Wesen, die mich brauchen und beanspruchen. Und ich mitten drin.

Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich diesen Zustand beschreiben soll, ohne dass es weinerlich oder gar nach Jammern klingt. Die meiste Zeit finde ich es nicht schlimm, meine eigenen Bedürfnisse hintan zu stellen. So ist es eben im Moment. Und mir geht es gut. Aber manchmal nagt sie schon an mir, die Fremdbestimmtheit. Manchmal fühle ich mich … Nein, nicht eingesperrt. Unfrei.

Das Muttersein hat mich gezwungen, den Begriff der Freiheit für mich neu zu definieren. Es geht mir ähnlich wie ihr: Tatsächlich fühlt es sich für mich zurzeit wie die große, grenzenlose Freiheit an, alleine in den Supermarkt einkaufen zu gehen. Vielleicht bin ich deswegen bei Minimädel-Pferde-Filmen wie Spirit oder Ostwind, bei denen ja auch die individuelle Freiheit als zentrales Thema über der Geschichte steht, so berührt, ja zu Tränen gerührt: In vollem Galopp über die Wiesen fliegen, der Wind im Haar und großes Vertrauen im Herzen. Trag mich, mein Freund, wohin immer du auch willst. Wie habe ich diese Momente geliebt.

Jetzt steh ich hier, mit meiner großen, bunten, lauten Kinderschar. Und kann nicht anders, als herzlich zu lachen, obwohl ich weiß, dass ich hernach die ganze Küche putzen muss: Der kleine Mann hat die kurze Stillzeit genutzt, um mucksmäuschenleise auf den Hocker in der Küche zu klettern, seine Arme ellbogentief im Dalkenteig zu versenken und anschließend seine Tat mit Händeklatschen und fröhlichen Bravo!-Rufen zu bejubeln. Ich liebe es einfach, wie ausdauernd dieser kleine Lausbub alles ausprobiert und dabei jede Menge Unsinn anstellt. Und da fühle ich mich wie frisch oben angekommen.


Haferrahmdalken

Ein köstliches Dalken- und perfektes Familienrezept. Die Dalken haben Biss wegen dem Hafermark, sind dabei aber schön rahmig und reichhaltig. Dazu passt Röster, Kompott, in Butter geschmorte Früchte, Obstsalat oder Apfelmus.
Der Teig lässt sich auch ganz hervorragend am Abend im Vorhinein zubereiten – zwei Tage im Kühlschrank hält er locker aus.

Zutaten für 4 Personen als Hauptspeise

Für die Dalken
4 Eier
50 g Zucker
250 g Hafermark
½ Packerl Backpulver
¼ l Milch
250 g Sauerrahm

Zum Ausbacken
Rapsöl

1. Die Eier mit dem Zucker schaumig rühren.

2. Restliche Zutaten unterheben und die Masse etwa 20 Minuten ziehen lassen. Sie sollte dann fest, aber noch cremig sein.

3. In einer beschichteten Pfanne etwas Öl erhitzen und pro Dalken 1 – 2 EL Teig in die Pfanne setzen. Auf beiden Seiten goldgelb backen.

4. Dalken auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren.

Das Rezept stammt aus dem Buch Zu Gast bei Arche Noah von Gertrud Hartl / Arche Noah, erschienen im Löwenzahn Verlag.
Samstag, 19. August 2017

Legendär


Beiläufigkeit als Quell der Inspiration – wie gut ich das kenne. Wenn ich mich durch Kochbücher oder Foodblogs lese, kann es gut und gern passieren, dass nicht die eigentlich vorgestellten Rezepte, sondern ausgerechnet eine der beiläufig erzählten Anekdoten ihre Angelschnur nach mir wirft. Zuletzt geschehen im neuen Buch von Johanna Maier, in dem sie ihre gesunde Küche vorstellt. Die Rezepte sind verlockend, keine Frage – nochmal interessanter aber finde ich ihre Gedanken über Kräuter und Gewürze, über Öle und Butter, übers Fermentieren und Einmachen. Das Rezept für die Marillenbutter – irgendwo dazwischen – ist derart schlicht abgedruckt, dass ich es fast überlesen hätte – wäre da nicht die Angelschnur, die in hohem Bogen zu mir geflogen kam, sich in meinem kulinarischen Bewusstsein einhakte und mich in die Küche zog wie einen wehrlosen Fisch.


Ebenso erging es wohl einigen meiner Leserinnen, die beim Durchgehen meines Marilleneis-Posts über die ebenfalls beiläufig gesetzten Worte legendäre Marillenbutter stolperten. Ich mutmaße ganz vorsichtig, dass es vielleicht sogar einzig das Wörtchen legendär war, das die Aufmerksamkeit derart auf sich zog. Und hier muss ich gestehen: Warum sie legendär ist, die Marillenbutter …. keine Ahnung! Ich habe das ganz naiv und einfach vom Buch so übernommen. Aber um es hier gleich vorweg zu nehmen: Legendär köstlich schmeckt sie auf jeden Fall.


Legendär köstlich war übrigens auch mein erstes und einziges Mal als Gast bei der grandiosen Köchin in ihrem Hubertushof in Filzmoos. Es ist schon eine Ewigkeit her, mir aber bis heute als eines der besten Essen meines Lebens in Erinnerung. Es war ein unvergleichlicher Abend in überraschend bodenständiger und entspannter Atmosphäre – und unsere männliche Begleitung derart hochgeschaukelt von der Besonderheit des Anlasses, dass sie es sich nicht nehmen ließen, sich jedes Mal vom Stuhl zu erheben, wenn eine von uns Damen den Tisch verließ – und sich erst wieder zu setzen, wenn wir außer Sichtweite waren. Vordergründig hat uns das zu Kopfschüttelei und einer sehr ausgelassenen Stimmung animiert – irgendwie gefallen hat es uns, ganz Mädchen, natürlich aber auch.



Johanna Maiers legendäre Marillenbutter

Die Marillenzeit ist zwar schon wieder so gut wie vorbei, dieses Rezept eignet sich aber hervorragend, um nicht mehr ganz so süße und aromatische Marillen zu verwerten.
Johanna Maier serviert Fruchtbutter gerne zu Brioche als Alternative zu Marmelade - im Sommer am liebsten mit Marillen, im Herbst aber auch mit Zwetschken, Holunder- oder Heidelbeeren. Sie verwendet sie auch zum Aromatisieren von Grießkoch oder Milchreis.

125 g Marillen, entkernt gewogen
125 g weiche Butter
Zitronensaft
Ingwer, gemahlen
Vanillezucker

1. Die Marillenhälften in wenig Wasser weich dünsten, dann pürieren und durch ein feines Sieb streichen (oder durch die Flotte Lotte passieren). Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

2. Die weiche Butter mit dem Handmixer sehr cremig aufschlagen, dann nach und nach das Marillenmus unterziehen.

3. Mit Zitronensaft, Ingwer und Vanillezucker nach Geschmack würzen.

4. Die weiche Marillenbutter in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und kleine Rosetten auf ein Stück Butterpapier spritzen. Im Kühlschrank fest werden lassen. Alternativ die Fruchtbutter in kleine Schüsselchen streichen.


Das Rezept stammt aus dem Buch Meine gesunde Küche von Johanna Maier, erschienen im Servus Verlag.

Donnerstag, 3. August 2017

#wirrettenwaszurettenist: Sommersonderrettung!


Sommerfrische, wie es sich ein Joachim Ringelnatz ausgedacht hat?

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.


Was für eine wunderbare Anleitung für ganz, ganz großes Loslass-Theater: Träge in der Wiese liegen, ein Grashalm im Mund, der Blick zum Himmel gerichtet. Das Spiel der Wolken beobachten, das Wispern der Käfer hören. Sonne auf der Haut. Sommer im Herzen.

Da könnte man glatt in Versuchung geraten, sich auch für das Danach noch zu rüsten: Ein Glas gesulzte Sommerbeeren, etwas flüssiges Obers, ein bisschen was vom Hagelzucker, ein kleiner Löffel – das ist schnell eingepackt. Sommer am Gaumen!


Gesulzte Beeren aka Rote Grütze haben großes Rettungspotential wie ich finde, denn sie sind sowas von schnell gemacht und die Homemade-Variante schlägt die gekaufte wieder mal um Längen! Sie sind deshalb mein Beitrag zur Sommersonderrettung, die Sina und Susi auf die Beine gestellt haben. Danke euch zweien für euren unermüdlichen Einsatz!


Gesulzte rote Sommerbeeren mit Obers und Hagelzucker

Der große Garten rund um mein Elternhaus ist ein Geschenk – und natürlich auch, dass ich dort weiterhin nach Lust und Laune ernten darf …

Zutaten für 4 – 6 Personen

600 g gemischte rote Sommerbeeren (bei mir waren es Kirschen, Weichseln, Himbeeren, Maulbeeren und rote Ribiseln)
½ Vanilleschote
½ l Kirsch- oder Ribiselsaft
3 EL Speisestärke
3 – 4 EL Zucker

Außerdem
flüssiges, gut gekühltes Schlagobers
Hagelzucker

1. Die Früchte säubern und verlesen, die Kirschen und Weichseln entsteinen, die Ribiseln von den Stielen streifen.

2. Die Vanilleschote längs halbieren und das Mark herauskratzen.

3. Vanillemark und -schote mit dem Großteil des Fruchtsaftes in einen Topf geben und aufkochen lassen.

4. Den restlichen Fruchtsaft mit der Speisestärke glattrühren und in den kochenden Saft gießen. Unter Rühren aufkochen lassen, bis der Saft eindickt.

5. Nun die Früchte dazugeben und einige Minuten lang im eingedickten Fruchtsaft heiß werden lassen. Sie sollen auf keinen Fall derart gekocht werden, dass sie zerfallen.

6. Die Früchte vom Herd nehmen und mit Zucker süßen.

7. Ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die gesulzten Beeren legen, damit sich keine Haut bildet. Abkühlen lassen.

8. Vor dem Servieren die Vanilleschote entfernen. Mit flüssigem Schlagobers und Hagelzucker servieren.

Zubereitet nach diesem Rezept.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Mit uns ist gut Marillen essen


Weil, Kirschen sind ja keine mehr da. Wie gut, dass sich meine Mama vor zwei Wochen in ihr Auto gesetzt, beim Marillenbauern in der Wachau gach abgebremst und 20 kg allerreifste, zuckersüße Rotbäckchen eingepackt hat. Die hat sie heimgebracht und brav auf ihre dankbaren Töchter aufgeteilt. Seitdem ist viel passiert in meiner Küche: Ich habe Marillenknödel gemacht, Johanna Maiers legendäre Marillenbutter ausprobiert, einen Marillen-Topfen-Strudel gebacken und Marillenmarmelade mit Lavendel eingekocht.


Auch die Mädels von der Initiative Genuss in rot-weiß-rot, nämlich Susi und Sina, haben an die Marille als österreichisches Kulturgut gedacht und zum gemeinsamen Verwerkeln aufgerufen. Ich mache gerne mit! Und serviere euch herrliches Marilleneis mit Haselnusskaramell. Aber aufgepasst, dass ihr die karamellisierten Nüsse nicht gleich auf einen Sitz vernascht …


Marilleneis mit Haselnusskaramell

Dieses Eis ist ein Traum, mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen.

Zutaten für etwa 1 Liter Eis

Für die Eiscreme
500 g reife Marillen
120 g Zucker
1 EL Vanillezucker
2 Dotter
125 ml Milch
200 ml Schlagobers

Für das Haselnusskaramell
30 g Rohrzucker
50 g heißes Schlagobers
30 g Haselnüsse, trocken geröstet und grob gehackt

1. Die Marillen entkernen und grob schneiden. Mit 100 g Zucker und Vanillezucker in einen Topf geben, aufkochen lassen und etwa 7 Minuten köcheln lassen. Mit dem Stabmixer fein pürieren und auskühlen lassen.

2. Den restlichen Zucker mit Dottern, Milch und Obers über Wasserdampf luftig aufschlagen, von der Hitze nehmen und kalt rühren.

3. Das Marillenpüree mit der Oberscreme vermischen und im Kühlschrank gut kalt werden lassen.

4. In der Zwischenzeit für das Karamell den Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze geduldig schmelzen. Mit heißem Obers ablöschen, mit einem Holzlöffel glattrühren und köcheln lassen, bis die Masse glatt und sämig ist. Die Haselnüsse unterrühren und auskühlen lassen.

5. Die gut durchgekühlte Eismasse in der Eismaschine gefrieren. Sobald sie dickcremig ist, das Karamell flüchtig unterrühren. Die Eiscreme in einen vorgekühlten Behälter streichen und 1 – 2 Stunden im Tiefkühler fest werden lassen.

Das Rezept stammt aus dem Servus Magazin.

Was meine Kolleginnen aus den Marillen gezaubert haben? Mmmh …

Friederike hat Wiener Wäschermädel ausprobiert,
bei Christina gibt’s Hühnerspieße mit Marillen,
Susi hatte auch eine grandiose Idee, nämlich Kriecherl-Marillen-Marmelade
und Verena hat einen Klassiker ausgewählt, der auf keinen Fall fehlen darf: Marillenröster.
Sonntag, 16. Juli 2017

Phantastisch!


Schau mal, Mama, sagt der kleine Mann, da ist ein Maulwurf drin! Er gräbt mit dem Löffel in seinem Schokoladeneis. Tatsächlich, ein Loch. Ein Loch in der Erde! Er sieht mich mit kreisrunden Augen an und dieser Mischung aus Verblüffung, Freude und dem klitzekleinen Funken der Erkenntnis, dass diese Geschichte vielleicht doch nur eine Geschichte sein könnte, die mein Herz noch mehr wärmt als sein unwiderstehliches rrrrollendes R.

Für jedes Kind beginnt die Welt von Neuem* – und ja, in Sachen Phantasie steht der kleine Mann dem Minimädel um nichts nach. Lediglich die Themen sind verschoben. Hier geht es nicht um Fabelwesen und Zauberwerk, um geflügelte Einhörner, Feen und Regenbögen. Nein, es geht um Maschinen, um gefährliche Tiere und Dinosaurier, wie könnte es auch anders sein.

Da wird die Hand zur Baggerschaufel, mit der es sich hervorragend Backerbsen in die Suppe schürfen lässt. Eine Schwimmnudel wird zum Kreiselheuer, eine verbogene alte Stange zum Pflug. Und der kleine Mann selbst, der ist der Traktor. Wie schön ist es, ihn bei diesem Spiel zu beobachten – und wie schön, dass er Menschen um sich hat, die seine Vorstellungskraft noch beflügeln: Mein Vater und mein Bruder beispielsweise, das sind Kindsköpfe, wie es sie kein zweites Mal mehr gibt – und zwar im allerbesten Sinn des Wortes.



So fahren wir dann am Traktor sitzend und mit einem der beiden am Lenkrad durch den (Ur-)Wald und rufen: Schau mal, eine Giraffe! Oder: Da, ein Elefant! Es ist ein bisschen so wie mit diesen psychedelischen Bildern, bei denen man versuchen muss, Unschärfe zuzulassen, den Blick nicht zu fokussieren, nicht hin- sondern hindurchzusehen: Macht man es richtig, tauchen plötzlich ganz phantastische 3D-Bilder auf. Und irgendwann fange also auch ich an, den Tiger zu sehen, der vorsichtig zwischen den Bäumen hervor schielt und die vielen kleinen Affen, wie sie an den Ästen im Efeu hängen und uns neckisch zuwinken.



Und da! Hilfe! Ein grüner, riesengroßer Dinosaurier! Er verfolgt uns mit schnellem Schritt, sein Maul klappt auf und zu. Gib Gas, Opa Sepp, gib Gas!


Schokoladeneis nach David Lebovitz

Ein wirklich ganz köstliches Schokoladeneis – die Attribute ultimativ und endgültig kann ich vermutlich auch unterschreiben. Leicht abgeändert nach der Rezeptur von David Lebovitz bin ich ganz verliebt in Konsistenz und Geschmack. Und den Maulwurf hab ich auch entdeckt – ich hab halt wirklich ganz genau geschaut …

Zutaten für etwa 1 Liter Eis

250 ml Vollmilch
4 TL Speisestärke
250 ml Schlagobers
250 ml Kondensmilch (ich habe kondensierte Kaffeemilch mit 7,5 % Fett verwendet)
100 g Zucker
35 g Kakaopulver
40 g Vollmilchschokolade
45 g Zartbitterschokolade 70 %
1 Prise Fleur de Sel
½ TL Vanilleextrakt

1. Die Speisestärke mit einigen Esslöffeln von der Milch glattrühren.

2. Restliche Vollmilch, Schlagobers, Kondensmilch, Zucker, Invertzuckersirup und Kakaopulver in einem Topf glattrühren, aufkochen und etwa 4 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Das führt dazu, dass ein Teil des in den Zutaten enthaltenen Wassers verdampft, damit das Eis später nicht kristallin wird.

3. Die Stärke-Milch-Mischung einrühren, nochmals aufkochen und etwa 1 Minute köcheln lassen, bis die Masse andickt. Von der Hitze nehmen.

4. Die Schokolade grob hacken und gemeinsam mit dem Salz zur heißen Milchmischung geben. Mit einem Schneebesen rühren, bis die Schokolade vollkommen geschmolzen ist.

5. Vanilleextrakt hinzufügen.

6. Die Schokoladenmasse in eine Schüssel umfüllen und ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die Masse legen, damit sich keine Haut bildet. Abkühlen lassen.

7. Die Eismasse in der Eismaschine gefrieren.

8. Das fertige Eis in einen vorgekühlten Kunststoffbehälter füllen und noch etwa für 2 Stunden in den Tiefkühler geben, damit es gut fest werden kann.

*von Henry David Thoreau
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...