Dienstag, 21. Februar 2017

Drama, Baby!


Buhuuuu … Jetzt lachst du mich auch noch aus … Mama!!! … Meine Hände sind jetzt … buhuhu … so schmierig … buhuhu … dass ich nicht mal mehr … ehehe … SCHNIPSEN KANN!!! Das Minimädel kreischt hysterisch in meine Richtung, wirft mir ihre Hände entgegen, sieht mich so vorwurfsvoll an, als hätte ich ihre geliebte Hüpfpferde-Menagerie zum Altstoffsammelzentrum gefahren.


Ja ja, ich bin schuld. Aber der Reihe nach.

Alles hatte ganz harmonisch begonnen: Dem Minimädel kam beim Spaziergang im Wald die Idee, Baumharz von den Fichten zu sammeln, um daraus eine Salbe anzurühren. Ich fand ihren Einfall toll und bewunderte ihr scharfes Auge für die kleinen und mitunter gut versteckten Harzbröckelchen, die hier und da an den Bäumen zu finden waren. Schnell hatten wir eine kleine Handvoll zusammen und wir schlenderten heim. Kurz im Netz nach einem Rezept gestöbert und schon ging es los. Das Minimädel war voll bei der Sache und sehr begeistert. Als die Salbe fertig war, waren wir beide richtig stolz auf unser gemeinsames Werk.

Aber von da an, herrje, nahm das unbarmherzige Schicksal seinen Lauf.


Die Mama musste nämlich die Salbe fotografieren. Natürlich. Muss ja alles fotografieren, die. Da fasste sich das Minimädel ein Herz, dachte an das versprochene Stück Schokolade hinterdrein und tat, was die Mama wollte. Aber ach – einmal aufgetragen, wollte die Salbe nicht mehr so schnell weg. Und mein Vorschlag, sie vom Handrücken aus auf beide Hände zu verteilen, war folgenschwer: Schnipsen nunmehr unmöglich. Sofortige Wiederherstellung der Schnipsfähigkeit längst nicht in Sicht. Und das ihr, der Schnipsmeisterin.

Kreischanfälle vom Minimädel sind nicht ohne, das kann ich euch sagen. Ein mickriges Stück Schokolade hat da nicht gereicht. Mein Gott nein, ein Stück hat so was von nicht gereicht.



Baumharz-Salbe

Da denkt man, man ist im Wald. Diese Salbe duftet so herrlich! Ich verwende sie gerne bei Husten und Schnupfen und trage sie abends vor dem Schlafengehen auf die Brust auf. Offenbar hilft sie aber auch bei Knochen- und Gliederschmerzen, Sonnenbrand, unreiner Haut und als Zugsalbe bei eingezogenen Holzsplittern.
Wer mag, gibt vor dem Abfüllen noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu. Bei der Wahl des Öls richtet man sich nach dem Zweck, für den die Salbe verwendet werden soll oder auch ganz einfach nach den persönlichen Vorlieben. Bei Erkältungskrankheiten passt zum Beispiel Thymianöl, bei unreiner Haut Teebaumöl, bei Sonnenbrand Pfefferminzöl, bei Verwendung als Zugsalbe Latschenkieferöl.

Zutaten

Baumharz (am schonendsten für den Baum ist es, nur bereits auskristallisiertes und hartes Harz abzunehmen)
Olivenöl
Bienenwachs (in Blättchenform)

1. Das heilsame Harz von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen sammeln und mit nach Hause nehmen.

2. Um es verarbeiten zu können, muss es zuerst von Pflanzenrückständen gereinigt werden. Dazu wiegt man es in eine saubere und trockene Aluminiumdose ein und gibt die gleiche Gewichtsmenge Olivenöl dazu. Die Dose stellt man nun in einen kleinen Topf mit Wasser und erhitzt Harz und Öl im köchelnden Wasserbad so lange, bis sich das Harz im Olivenöl gelöst hat. Das dauert seine Zeit, ich hatte das Harz etwa 2 Stunden im Wasserbad. Danach hatte sich noch immer nicht alles Harz von den Rindenstückchen gelöst, der Großteil aber schon.

3. Alles durch einen Kaffeefilter abseihen und das Öl abmessen.

4. Pro 100 ml Harz-Öl-Gemisch werden 20 g Bienenwachs verwendet. Beides gibt man in einen kleinen Topf und erwärmt es bei mittlerer Hitze vorsichtig, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat.

5. Wer möchte, gibt nun ätherisches Öl dazu und füllt die Mischung in Salbendosen ab. Ich habe meine Salbe ohne Zusatz von ätherischem Öl abgefüllt.


Sonntag, 29. Januar 2017

Buchtel-Challenge


Na, die Herausforderung nehm ich doch an! Weil, der Germteig und ich, wir sind so enge Freunde, dass da so gut wie selten was danebengeht. Außer natürlich, die Backform ist zu klein, aber das ist dann schon wieder eine ganz andere Geschichte. Die heutige Geschichte, die geht so:

Susi, die Turbohausfrau, hat Buchteln gemacht, fand aber, sie wären halt so ganz und gar nicht perfekt. Woraufhin Sina, die giftige blonde, natürlich vehement widersprochen, ein bisserl nachgedacht, eine Idee geboren und ein paar Leute zusammengetrommelt hat. Und so kommt es, dass euch mit heutigem Tage eine kleine, aber ganz wunderbare Auswahl an erprobten und bewährten Buchtelrezepten zur Verfügung steht, bei der es keine Gewinner und Verlierer gibt, sondern lediglich den gut und ernst gemeinten Rat: Nachbacken! Los!



Dukatenbuchteln mit Vanille-Safran-Sauce

Dukatenbuchteln sind kleine, ungefüllte Buchteln, die nicht größer als ein Hühnerei sein sollen. Sie werden aus einem sehr feinen und reichhaltigen Germteig gemacht, der üblicherweise mehr Butter, Dotter und Zucker enthält als der Teig für normale, also gefüllte Buchteln.
Für die Challenge habe ich mich für eine leicht abgewandelte Form das Dukatenbuchtelrezeptes der Frau Ziii entschieden und auch für den Safran in der Vanillesauce, wie sie es vorschlägt – und ich hab es nicht bereut (überhaupt ist ihr Exkurs über die Buchtel grandios verfasst und unbedingt lesenswert!). Hach, die Buchteln schmecken, so lauwarm und knusprig, zum Reinlegen gut …
Bei der Vanillesauce habe ich hingegen eine Abkürzung genommen und ohne Eidotter gearbeitet. Der Safran sorgt ohnehin für eine wunderbare Farbe.

Zutaten für 4 – 6 Portionen

Für die Vanillesauce
1 Messerspitze Safranfäden, trocken in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze geröstet, bis sie duften, und dann fein gemörsert
250 ml Milch
250 ml Schlagobers
20 g Speisestärke
2 EL Vanillezucker

Für den Germteig
300 – 350 g Universalmehl
60 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 große Prise Salz
½ Würfel frische Germ oder 1 Packerl Trockengerm
150 ml lauwarme Milch
80 g zimmerwarme Butter
6 Eidotter

Zum Eintauchen
50 g geschmolzene Butter

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. 300 g Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben und vermischen. Germ, Milch, Butter und Dotter zugeben und bei mittlerer Geschwindigkeit mit dem Knethaken etwa 10 Minuten lang zu einem glatten Teig verrühren. Sollte dabei der Teig zu weich sein, weitere 50 g Mehl hinzufügen.

2. Die Teigschüssel abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat. Teig durchkneten und nach Wunsch nochmals bis zum doppelten Volumen gehen lassen, so wird er noch feinporiger und wattiger. Man kann aber auch gleich mit dem Buchtelformen beginnen.

3. Teig dritteln. Jedes Drittel zu einer Rolle formen und in 10 Stücke teilen. So erhält man 30 Teigstücke von der Größe einer (recht großen) Walnuss.

4. Eine flache, runde Form mit einem Durchmesser von etwa 30 cm mit etwas von der geschmolzenen Butter ausstreichen.

5. Jedes Teigstück etwas flach drücken und dann an vier Ecken hochziehen und zusammennehmen, sodass eine Art Beutel entsteht. Dieser wird in die zerlassene Butter getaucht und dann mit der glatten, runden Seite nach oben in die Form gesetzt. Auf diese Weise werden alle Teigstücke zu Dukatenbuchteln geformt und nebeneinander, nicht zu eng, in der Form platziert. Nun dürfen sie nochmals an einem warmen Ort etwa 30 Minuten gehen.

6. In der Zwischenzeit das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Die Buchteln ins Backrohr geben und in etwa 35 Minuten goldbraun backen.

8. Während die Buchteln backen, wird die Vanillesauce zubereitet. Dafür alle Zutaten miteinander versprudeln und einmal aufkochen lassen.

9. Die Buchteln aus dem Ofen nehmen und lauwarm abkühlen lassen. Mit Staubzucker bestreuen und mit reichlich Vanillesauce und nach Belieben zusätzlich noch mit Kompott, Röster oder Marmelade servieren.



Und hier findet ihr die weiteren, superköstlichen Buchtelrezepte:




Also bitte, es soll ja Leute geben, die ein halbes Reindl ofenwarmer Buchteln auf einen Sitz verspeisen… Lasst es euch schmecken!

Donnerstag, 26. Januar 2017

Körpergefühle


Ich liebe meinen Körper. Nicht, weil er so schön ist. Sondern weil er funktioniert.

Dem füge ich hinzu: Und weil aus ihm drei gesunde und wunderbare Kinder hervorgegangen sind. Da macht es mich dann richtig, richtig traurig, wenn sich eine Frau, die an ihre Grenzen und darüber hinaus gegangen ist, die für kurze Zeit Himmel und Hölle zugleich durchwandert und erfahren, die ihr Innerstes nach außen gekehrt und ein Kind zur Welt gebracht hat, nur wenige Wochen nach der Entbindung respekt- und empathielose Kommentare gefallen lassen muss wie: Na, bist du schon wieder schwanger?

Kinder machen einen Körper nicht schöner, aber sehr viel stärker. Und sie machen das Leben so unendlich reich. Welchen Wert hat da eine superschlanke Mitte?



Milchmädchen-Kugeln

Stillen ist eine anstrengende Sache. Da nutzt es wenig, an Karotten oder Sellerie zu knabbern, da braucht es Energie! Diese Energiebällchen sind schnell gemacht, schmecken ganz köstlich und sind perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch. Im Kühlschrank halten sie sich mehrere Tage, sie schmecken mir aber ganz frisch am besten.

Zutaten für etwa 60 Stück

Für die Kugeln
50 g Datteln
100 ml Milch (alternativ Obers oder Apfelsaft)
¼ TL Zimt
4 EL Carobpulver (ersatzweise Kakao)
100 g Butter weich
200 g Honig
2 EL Ahornsirup
200 g Dinkelflocken
50 g Gerstenflocken
75 g Haferflocken
1 EL Vanillezucker
50 g gemahlene Mandeln

Zum Wälzen
Kokosflocken
gemahlene Mandeln
fein vermahlener Ringelblumenblütenzucker
Himbeerpulver
Carobpulver

1. Die Datteln in kochend heißem Wasser einweichen, nach 15- 20 Minuten abseihen und in der Milch fein pürieren.

2. Die Dattelmilch mit den restlichen Zutaten verkneten und einige Stunden oder auch über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

3. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen und nach Geschmack in Kokosflocken, Mandeln, Blütenzucker, Himbeer- oder Carobpulver wälzen.


Nach einem Rezept aus dem Buch Ayurveda-Handbuch für Frauen von Petra und Joachim Skibbe, erschienen im Pala-Verlag.
Montag, 23. Januar 2017

Unultimativ


Ich glaube, Jamie Oliver hat angefangen. Damit, einige seiner signature dishes als ultimativ zu bezeichnen. Seither wird es von Mal zu Mal schwieriger, sich auf der Suche nach einem Rezept im Internet für eines davon zu entscheiden. Immer öfter sind sie alle the best, the absolute best, the best ever, the world’s best, perfect oder überhaupt life-changing.

So reizvoll es ist, das einfachste, beste oder schnellste Rezept für ein Gericht zu kennen – ich bin skeptisch bei allem, was mir allzu laut und marktschreierisch angepriesen wird. Lieber sind mir da die leisen, unaufgeregten, bescheidenen Schwärmereien, vor allem dann, wenn sie aus Quellen stammen, von denen ich aus Erfahrung weiß: I get what I see.

Überhaupt könnte man die Sache ja auch ganz gelassen angehen. Rein in die Komfortzone. Die Latte tiefer legen, durchatmen. Und pfeifen auf Plattitüden wie: Das Beste ist gerade gut genug. Weil manchmal, und das weiß ich ganz bestimmt, ist es schlicht das Gerade-gut-genug, das den Titel Das Beste verdient.



Sellerieschnitzerl aus dem Backofen

Diese Sellerieschnitzerl sind vielleicht nicht die besten und vermutlich auch nicht ultimativ. Aber sie schmecken uns ganz hervorragend und das ist es doch, was zählt!
Sellerieschnitzerl aus dem Backofen sind etwas ungewöhnlich, aber auf jeden Fall einen Versuch wert. Die Technik habe ich mir vom österreichischen Physiker Werner Gruber abgeschaut, der auf diese Weise sein Wiener Schnitzerl zubereitet. Zugegeben, Zeit – und vermutlich auch Fett – spart man sich durch diese Methode nicht. Aber ich finde, das warme Aroma des Selleries wird durch das Backen im Ofen noch eine Spur mehr herausgekitzelt als beim Braten in der Pfanne.
Den Sellerie für meine Schnitzerl schneide ich, egal ob ich sie im Backofen oder in der Pfanne zubereite, relativ dünn auf, höchstens 5 mm dick. So erspare ich mir das Vorgaren.

Zutaten für 3 – 4 Portionen

1 kleiner Knollensellerie (etwa 300 g)
2 Eier
Salz
Pfeffer
ein Schuss Schlagobers
75 g Mehl
125 g Semmelbrösel
125 ml Rapsöl
1 EL edelsüßes Paprikapulver

Zum Servieren
Zitronenspalten

1. Das Backrohr auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

2. Sellerie schälen und in dünne Scheiben schneiden (etwa 5 mm dick). Die Scheiben halbieren.

3. Eier und Schlagobers in einem Suppenteller mithilfe einer Gabel verschlagen, mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Mehl und Semmelbrösel ebenfalls jeweils in einem Suppenteller bereitstellen.

5. Die Selleriescheiben nacheinander in Mehl, Ei und Bröseln panieren und nebeneinander auf ein großes Brett legen. Die Panier etwas anziehen lassen.

6. Das Öl mit dem Paprikapulver vermischen. Das Paprikapulver sorgt für Farbe, ohne geschmacklich hervorzustechen.

7. Die Sellerieschnitzerl auf beiden Seiten mit dem Öl bepinseln, dabei muss man nicht sparen, die Schnitzerl sollten aber auch nicht im Öl schwimmen.

8. Schnitzerl mit ausreichend Abstand auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Rohr etwa 30 Minuten goldbraun backen. Nach 15 Minuten Backzeit werden die Schnitzerl gewendet.

9. Mit Zitronenspalten anrichten.



Als Beilage passen Petersilkartoffeln, Sauce tartare oder auch ein Erdäpfel-Gurken-Salat. Dafür wird 1 kg festkochende Erdäpfel in der Schale gedämpft, dann geschält und in Scheiben geschnitten. Für die Marinade 1 Zwiebel schälen und fein würfeln und in einem guten Viertelliter Gemüsesuppe einmal aufkochen. 1 EL Senf und 3 EL Weißweinessig unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Erdäpfel mit der warmen Marinade vermischen. Eine halbe Salatgurke waschen, in sehr dünne Scheiben hobeln, unter die Erdäpfel heben und alles mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Vor dem Anrichten ein Bund Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und zusammen mit 5 EL Rapsöl unter den Salat heben. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Quelle für den Salat: Frisch gekocht.
Freitag, 6. Januar 2017

Winter Wonder Land


Die Welt ist grad eine riesengroße Schneekugel und das ist wahnsinnig schön. Ein Winter, wie er sein soll! Für mich ist keine andere Jahreszeit so stark mit Kindheitserinnerungen verbandelt wie diese. Schneemänner und Iglus bauen, Schlitten fahren und Sackl rutschen, durch den Schnee kugeln, Schnee-Engerl strampeln, Pfade austreten, Schneeballschlachten bestreiten, der Schwester das Gesicht mit Schnee einreiben und dem Bruder eine Handvoll davon in den Kragen stecken. Alles Dinge, die ausnahmslos jede Generation für sich entdeckt, die nicht verloren gehen – und für die man nie zu alt werden darf. Wir lieben den Winter!



Was wir auch lieben: Smoothies. Ich, weil es meiner Mutterseele gut tut, Gesundes in die Kehlen meiner Kinder fließen zu sehen. Das Minimädel, so vermute ich, wegen der schönen Farben (lila und rosa liegen naturgemäß voll im Trend). Und der kleine Mann – das weiß ich! – wegen dem tollen Mixer. Großes Drama, wenn ich vergesse, ihn einschalten zu lassen…
Er mischt sich aber auch schon immer mehr in das ein, was davor geschieht. Und wenn ich das Glück habe, etwas länger schlafen zu dürfen und mich noch einmal ganz entspannt mit dem Käferlein unter die Tuchent kuschle, während vor der Schlafzimmertür schon allerhand los ist, dann höre ich hin und wieder aus der Küche so zuckersüße Kommandos wie:

Musi mocha!
Ahane eini!
Apfel a nu!
Ogat a!
Müch eini!*

Brav gehorcht der Papa aufs Wort und spätestens dann, wenn der Mixer brummt und ich vor meinem inneren Auge den kleinen Mann mit seligem Blick auf seinem Hocker stehen seh, hält mich nichts mehr. Tuchent weg, ab in die Küche. Smoothie trinken.

*im konkreten Fall wurde das ein Smoothie mit Banane, Apfel, Joghurt und Milch


RoKoKo-Smoothie mit Joghurt

Die Wortkreation RoKoKo stammt aus dem tian in Wien. Hier stand es einmal auf der Karte, ein Dessert mit Roter Rübe, Kornelkirsche und Kokos. Ich fand das hübsch – und hab einen Smoothie draus gemacht.
Um ehrlich zu sein: Bei den Kindern kam er nicht besonders gut an. Ich hingegen fand ihn ganz wunderbar. Von der Konsistenz her wird er eher dick, wenn man sich ans Rezept hält – für einen etwas flüssigeren Smoothie ein bisserl mehr Kokoswasser nehmen oder zusätzlich Wasser angießen.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Smoothie
5 Datteln
½ kleine Rote Rübe (geschält und gewürfelt gewogen etwa 70 g)
250 g Dirndlpüree (meines tiefgekühlt und aufgetaut)
1 Banane
0,33 l Kokoswasser
4 EL Honig

Für das Kokosjoghurt
200 g Vollmilchjoghurt
1 EL Zucker
2 EL Kokosmus

Zum Bestreuen
Kokosflocken

1. Für den Smoothie die Datteln mit kochend heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen, dann abtropfen lassen.

2. Die Rote Rübe schälen und in Würfel schneiden. Wer keinen besonders leistungsstarken Mixer daheim hat, sollte die Rote Rübe nicht würfeln, sondern raspeln.

3. Alle Smoothie-Zutaten in den Mixer geben und 1 – 2 Minuten auf höchster Stufe glatt pürieren.

4. Für das Kokosjoghurt alle Zutaten glatt rühren.

5. Das Kokosjoghurt auf 4 Gläser verteilen und den Smoothie darüber gießen. Mit einer Gabel die beiden Schichten etwas vermischen.

6. Mit Kokosflocken bestreuen und servieren.



In meinem Winter Wonder Land hab ich übrigens – fast vor der Haustür – ein seltsames Getier gesehen, das ich daheim erst googeln musste. Ein Hermelin in weißem Winterkleid! Auf dem Bild unten ist seine schwarze Schwanzspitze zu sehen – über dem Schriftzug, ziemlich genau oberhalb vom i.


Und ja, es heißt das Hermelin, DAS. J
Sonntag, 1. Januar 2017

Eine besondere Nacht, ein besonderer Morgen


Die Neujahrsnacht ist eine ganz besondere Nacht. Verborgene Schätze treten ans Licht. Steine drehen sich um. Und wer Schlag 12 drei Mal seinen eigenen Namen ruft, der sieht sich selbst – so er das denn will. Überhaupt kann man in dieser Nacht viel über sein Schicksal im kommenden Jahr erfahren. Und Glückwünsche: Die waren in früherer Zeit nicht bloß Höflichkeit, sondern wirksamer, segensreicher Zauber für alle Menschen, Tiere und Pflanzen, die einem lieb und teuer waren.

Alles Liebe und Gute, viel Glück und Gesundheit – das wünsche ich euch, ganz in diesem Sinne.

***
Neues Jahr 

Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. 
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. 
Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, 
ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben. 

Johann Wilhelm Wilms

***



Neujahrsstern mit Vanille & Kardamom

Eine besondere Nacht verlangt nach einem besonderen Morgen. Vielleicht nach Zusammensein, Gemütlichkeit – und ein bisschen kulinarischem Erbe? Ich habe heuer wieder einen Neujahrsstern gebacken, der traditionell am Neujahrstag zum gemeinsamen (Sekt-)Frühstück gegessen wird – ein schöner Brauch, der Glück im kommenden Jahr verspricht.
In Oberösterreich sind Neujahrssterne mit vier, sechs, acht oder gar zwölf Strahlen überliefert. Sie werden aus einem einfachen Germteig geformt, der ohne Milch und Eier auskommt. Insofern sind die Neujahrssterne mehr süßes Brot als Brioche. Sie schmecken ganz frisch aus dem Ofen besonders köstlich, sind aber auch am nächsten Tag noch ein gern gesehener Gast zum Kaffee.
Die einzelnen Strahlen des Sternes können aus drei, vier, fünf oder auch sechs Strängen geflochten werden – ganz wie man möchte. Ach, und noch etwas: Kinderaugen leuchten, wenn der Neujahrsstern auf einem großen Tablett mit Sternspritzern serviert wird.

Für 1 großen oder 2 kleine Sterne

750 g Universalmehl
70 g Zucker
60 g weiche Butter
2 EL Vanillezucker
½ TL Kardamom gemahlen
1 gute Prise Salz
20 g frische Germ oder 1 Packerl Trockengerm
350 ml lauwarmes Wasser

Zum Bestreichen
1 Ei

1. Mehl, Zucker und Butter in die Schüssel der Küchenmaschine einwiegen. Vanillezucker, Kardamom, Salz und Germ sowie das lauwarme Wasser hinzufügen und alle Zutaten mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe etwa 10 Minuten lang zu einem glatten und geschmeidigen Teig verkneten.

2. Den Teig mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Teig auf eine unbemehlte Arbeitsfläche geben. Für einen großen Stern den Teig in 10 Stücke teilen. Für zwei kleinere Sterne den Teig in 20 Stücke teilen. Die Teiglinge rund schleifen, auf ein bemehltes Tuch setzen und abdecken.

4. Pro Stern 9 der 10 Teiglinge zu Strängen von etwa 50 cm Länge ausrollen (der zehnte Teigling wird für die Verzierung benötigt).

5. Je drei Teigstränge an einem Ende zusammenfassen und einen Dreistrangzopf flechten. Kurz vor der Mitte die Flechtarbeit beenden.


6. Nun werden die drei halbfertigen Zöpfe auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech angeordnet und dann fertig geflochten (siehe Bilder).


7. Aus dem zehnten Teigling werden nun noch Blätter und Blüten geformt, ganz wie es einem gefällt. Die Verzierung an der Unterseite mit etwas Wasser benetzen und auf den Neujahrsstern aufsetzen.

8. Den Stern abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen.

9. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Ei versprudeln.

10. Den Neujahrsstern mit Ei bestreichen und im vorgeheizten Rohr 20 – 25 Minuten goldbraun backen. Diese Backzeit gilt für die zwei kleineren Sterne. Ein großer Stern braucht einige Minuten länger.

11. Den Neujahrsstern aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Anmerkungen

* Sowohl der kleinere als auch der große Stern passt auf ein herkömmliches Backblech. Der größere Stern muss dann jedoch ein wenig mehr zusammen geschoben werden, sprich: Er wird höher.

* Wer den Neujahrsstern ganz frisch backen möchte, muss etwa 3 Stunden einplanen – und dementsprechend zeitig aufstehen. Eine andere Möglichkeit ist, den Stern am Vorteig zu backen, aber nur ganz hell. Man nimmt ihn gute 5 Minuten früher aus dem Backrohr, lässt ihn abkühlen und wickelt ihn gut ein. Am Morgen legt man ihn auf den Gitterrost im noch kalten Backrohr und schaltet den Ofen auf 160 °C Heißluft ein. Nach guten 10 – 15 Minuten sollte er fertig gebacken, knusprig und duftend aus dem Ofen kommen.

* Vergangenes Jahr habe ich mich an einem Stern mit Vierstrangzöpfen versucht. Dafür braucht man dann nicht 9, sondern 12 Stränge pro Stern. Hier ist die Anleitung dazu:

Je vier Teigstränge an einem Ende zusammenfassen und Vierstrangzöpfe zu flechten beginnen. Dafür einen Strang (Strang 1) link ablegen, die restlichen Stränge (2 – 4) nach rechts legen.


Nun wie folgt flechten:

1. Den rechten äußeren Strang (Strang 4) UNTER den nächsten (Strang 3) und ÜBER den übernächsten Strang (Strang 2) nach links ablegen. (Bild links)
2. Den neuen rechten äußeren Strang (Strang 3) UNTER den nächsten Strang (Strang 2) nach links ablegen. (Bild rechts)


Es liegen nun drei Stränge links, einer liegt rechts. Nun wird in die andere Richtung geflochten, nämlich:

3. Den linken äußeren Strang (Strang 1) ÜBER den nächsten (Strang 4) und UNTER den übernächsten Strang (Strang 3) nach rechts ablegen. (Bild links)
4. Den neuen rechten äußeren Strang (Strang 4) ÜBER den nächsten Strang (Strang 3) nach rechts ablegen. (Bild rechts)


Die Schritte 1 bis 4 werden nun bis kurz vor der Mitte des Zopfes wiederholt.

Die drei halbfertigen Zöpfe werden auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech angeordnet und dann fertig geflochten.



Quelle: Brot und Brauchtum von Elisabeth Schiffkorn, erschienen im Landesverlag.
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